Italien ist als Aufsteiger zurück bei der Weltmeisterschaft der Top-Division. Der Olympiagastgeber von 2026 will dabei jedoch nicht nur mitspielen, sondern auch gegen die besten Nationen der Welt konkurrenzfähig auftreten, wie Tommy Purdeller im Interview betont.
Für den 22-Jährigen könnte eine erfolgreiche WM mit dem Klassenerhalt die Krönung einer ohnehin starken Saison werden – nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen und dem Finaleinzug in der win2day ICE Hockey League mit dem HC Falkensteiner Pustertal.
Insgesamt zwölf Spieler aus der
win2day ICE Hockey League haben es in das WM-Aufgebot Italiens
geschafft – jeweils sechs Akteure von Pustertal und vom HCB
Südtirol Alperia. Der Kader wurde nach dem letzten
Vorbereitungsspiel am Dienstag gegen Großbritannien bekanntgegeben,
das mit 3:5 verloren ging. Insgesamt absolvierte die Squadra
Azzurra gleich vier Testspiele gegen die Briten, von denen zwei
gewonnen werden konnten. Für Tommy Purdeller waren diese Partien
besonders wertvoll: „Großbritannien ist ein unangenehmer Gegner,
der sehr körperlich spielt und nie aufgibt. Genau solche Spiele
braucht man in der Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft. Wir
konnten viel daraus mitnehmen, vor allem was unsere Defensive, die
Special Teams und die Konstanz über 60 Minuten betrifft.“
In der WM-Vorbereitung setzte es für den Aufsteiger zudem zwei
Niederlagen gegen Frankreich. Auch gegen Österreich wurde bereits
am 16. April getestet, wobei die Azzurri mit 2:3 nach Verlängerung
verloren.
Trotz lediglich zweier Siege aus sieben Vorbereitungsspielen zieht
Purdeller ein positives Fazit: „Ich denke, wir können insgesamt
sehr zufrieden mit unserer Vorbereitung sein. Wir haben intensiv
gearbeitet und als Mannschaft wichtige Schritte nach vorne gemacht.
Natürlich gibt es immer Dinge, die man verbessern kann, aber ich
glaube, dass wir gut vorbereitet zur WM fahren und uns jetzt
freuen, dass es endlich losgeht.“
Als Aufsteiger zählt Italien in Gruppe B, die in Fribourg
ausgetragen wird, zu den Außenseitern. Neben Vizeolympiasieger
Kanada warten mit der Slowakei, Norwegen, Tschechien, Schweden,
Dänemark und Slowenien weitere starke Gegner.
„Wir wissen, dass die WM auf diesem Niveau extrem schwierig wird,
aber wir fahren sicher nicht dorthin, um nur dabei zu sein“, betont
der Südtiroler. „Wir wollen als Team auftreten, mutig spielen und
in jedem Spiel unsere Chance suchen. Wenn wir unser bestes Hockey
zeigen, können wir jedem Gegner Probleme bereiten.“
Positiv stimmen dabei vor allem die Leistungen bei den Olympischen
Spielen in Mailand im Februar. Gegen einige der besten Mannschaften
der Welt konnten die Azzurri über weite Strecken gut mithalten:
„Die Olympischen Spiele haben uns gezeigt, dass wir auch gegen
starke Nationen mithalten können, wenn wir als Mannschaft
geschlossen auftreten. Diese Erfahrungen geben uns definitiv
Selbstvertrauen. Trotzdem beginnt bei einer WM wieder alles bei
null, und wir müssen uns jeden Punkt hart erarbeiten.“
Für den 22-Jährigen verlief die Saison bereits äußerst erfolgreich.
Neben der Teilnahme an den Olympischen Spielen erreichte er mit
Pustertal sensationell das Finale der win2day ICE Hockey League und
wurde zudem zum Young Star der Saison gewählt. Der Klassenerhalt
bei der Weltmeisterschaft wäre nun die perfekte Krönung: „Die
Saison war bisher schon etwas ganz Besonderes für mich, aber mit
dem Nationalteam den Klassenerhalt zu schaffen, hätte noch einmal
einen ganz speziellen Stellenwert. Für Italien bei einer WM zu
spielen, ist immer eine große Ehre.“
Der Auftakt erfolgt am Samstag gegen Rekordweltmeister Kanada –
eines von mehreren Spielen gegen absolute Eishockeygroßmächte.
Entsprechend groß ist die Vorfreude des Stürmers: „Die Vorfreude
ist riesig. Gegen Mannschaften wie Kanada spielt man nicht jeden
Tag, und genau für solche Spiele arbeitet man als Kind und träumt
davon. Natürlich wissen wir, welche Qualität dort auf dem Eis
steht, aber wir wollen die Herausforderung annehmen und
genießen.“
Ein entscheidendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt könnte am
Ende der Gruppenphase auf dem Programm stehen. Dann trifft Italien
auf Slowenien. Für Purdeller wird es auch deshalb ein besonderes
Duell, weil mit Rok Tičar ein Teamkollege auf der anderen Seite
steht: „Das ist natürlich etwas Besonderes. Vor allem freue ich
mich darauf, gegen Rok Tičar zu spielen, mit dem ich diese Saison
zusammengespielt habe. Einige andere Spieler kenne ich ebenfalls
aus den Ligaspielen. Es wird sicherlich ein hart umkämpftes Match,
und wir werden alles geben, um es zu gewinnen.“
Der WM-Spielplan Italiens:
Sa, 16.05.26, 16:20 Uhr: Kanada – Italien
So, 17.05.26, 12:20 Uhr: Italien – Slowakei
Di, 19.05.26, 16:20 Uhr: Italien – Norwegen
Mi, 20.05.26, 16:20 Uhr: Tschechien – Italien
Fr, 22.05.26, 20:20 Uhr: Italien – Schweden
So, 24.05.26, 16:20 Uhr: Dänemark – Italien
Mo, 25.05.26, 20:20 Uhr: Slowenien – Italien
ice.hockey , Bild: HCI/PAPA Productions









