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Österreich

Exklusiv: Der nächste Austro-Export in Nordamerika? Vorarlbergerin träumt von der NWHL

Für viele junge Eishockey-Cracks in Europa gibt es nur ein Ziel: Profi-Eishockey in Nordamerika zu spielen. Auf einem guten Weg dahin scheint die junge Vorarlbergerin Sabrina Kühne zu sein, die vor Kurzem an einem Camp in den USA teilgenommen hatte. Mit Hockey-News.info spricht die Torhüterin über ihre ersten Eindrücke, das mögliche Leben als Profi aber auch über ihre Erfahrungen mit dem Nationalteam.

Du hast erwähnt, dass du mit elf Jahren bereits zum SC Rheintal gewechselt bist, davor aber bereits in Feldkirch und in Rankweil am Eis gestanden bist. Wann hat deine Karriere dann eigentlich begonnen und warst du von Beginn an heiß auf die Goalie-Position, oder hat sich das erst mit der Zeit ergeben?

Meine Goalie Karriere hat in der U11 der VEU Feldkirch begonnen – die 6 Jahre davor war ich Feldspielerin. Aufgrund von Goalie-Mangel hat sich dann die Chance ergeben. Aber ich wollte immer schon im Tor stehen, da auch mein großes Vorbild, mein Bruder Patrick, Goalie ist.

 

Dein Bruder steht ja bei der VEU unter Vertrag und ist doch ein paar Jahre älter als du. Wie hat sich das in jüngeren Jahren verhalten? Hatte er immer Tipps und ein offenes Ohr für dich? Was speziell hast du von ihm gelernt?

Als ich noch ganz klein war, war ich immer bei seinen Trainings dabei und ich wusste ziemlich schnell – so gut will ich auch sein. Ich denke ich habe einiges von ihm abgeschaut und er steht mir auch immer zur Seite, wenn es mal nicht so läuft.

Credits: d.wassagruba

Wie war denn der erste Eindruck, als du in New Jersey aufgeschlagen bist? Wie liefen die ersten Kontakte ab? Hast du dich auf Anhieb wohl gefühlt? Wie sah das Programm aus?

Es war schon beeindruckend, alles viel größer. Da kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. An das Stadt Leben könnte ich mich leicht gewöhnen. Als wir gelandet sind hat mir die General Managerin von den Riveters nochmal die letzten Infos zum Free Agency Camp zukommen lassen.

Ich wurde vor 3 Wochen von den Metropolitan Riveters kontaktiert. Sie wollten über die Möglichkeit sprechen, dass ich diese Saison bei ihnen spiele. Es gab ein paar Telefonate, sie wollten dann noch ein paar Hockey Clips und ein paar Tage später kam dann auch schon die offizielle Einladung zum Free Agency Camp.)

 

Wie waren die Gespräche und die Trainingseinheiten? Welche Lehren konntest du daraus ziehen?

Es war eine extrem coole Erfahrung. Das Feedback vom Verein war super und ich habe mir selbst bewiesen, dass ich auf diesem Top Niveau bestehen kann. Ob es dann zur Vertragsunterzeichnung kommt wird man sehen.

 

Wie ist das Training so abgelaufen? Gab es nur on-ice Training? Wie muss man sich das bei Torfrauen vorstellen?

Ja genau, es gab nur 2 on-ice Trainings. Es war ein ganz normales Mannschaftstraining. Bei uns 4 Goalies hat man darauf geschaut wie wir uns in den verschieden Spielsituationen verhalten und reagieren. Auf der Tribüne sind dann noch einige Scouts gesessen.

 

Nun gib es sicherlich Pläne wie es weitergehen soll. Wie und auf was bereitest du dich vor? Gab es von den Trainern Ratschläge an was du arbeiten musst?

Ich bin mit 2 Vereinen aus den USA in Kontakt, wenn ein anständiges Angebot kommt, werde ich es mir gut überlegen. Bis zum 15.6. kann man in der NWHL Verträge unterschreiben. Und sonst freue ich mich schon auf die neue Saison in Zürich. (Anm.: Sabrina Kühne stand in der letzten Saison bereits zwischen den Pfosten der GCK Lions)

Credits: d.wassagruba

Nehmen wir mal an es kommt von beiden Teams ein Angebot: nach welchen Kriterien wirst du dann für dich entscheiden?

In diesem Fall müsste einfach das Gesamtpaket passen. Wohnung, Job und die Infrastruktur des Vereins sind für mich entscheidend.

 

Interessanter Punkt, den du da ansprichst: vor einigen Monaten haben sich eine Vielzahl von Cracks zusammengeschlossen und boykottieren die Liga, weil sie für eine faire Entlohnung kämpfen – darunter auch Superstars wie Hilary Knight. Wäre es für dich also „Pflicht“, neben dem Hockey auch noch zu arbeiten? Welche Kosten würden vom Verein übernommen werden?

Ja das ist leider so. Ohne Job ist es im Fraueneishockey noch nicht möglich zu überleben. Die Gehaltsspanne für die ganze Saison liegt bei 2.000 bis 13.000$.

Auf der einen Seite finde ich es gut, dass man für bessere Bedingungen streikt, auf der anderen Seite finde ich es aber auch wichtig, dass die Liga bestehen bleibt und finde es auch toll, dass schon einige Star-Spielerinnen wie z.B. Madison Packer unterschrieben haben.

Mir geht es nicht ums Geld, sondern um die Möglichkeit sich mit den besten Spielerinnen der Welt zu messen und noch mehrere junge Mädchen zu diesem tollen Sport zu bringen. Der Verein würde mir das Visum, einen Job und eine Unterkunft besorgen, wobei die Wohnung teilweise selbst zu bezahlen ist. Und dann werden natürlich die Trainingsmöglichkeiten und bereitgestellt.

 

Du warst auch schon mehrere Male für das Nationalteam auf dem Eis, richtig?

Ich war 2017 und 2018 bei zwei U18 Weltmeisterschaften dabei, was mir unglaublich viel bedeutet hat. Seitdem bin ich leider noch nicht für das A-Team nominiert worden. Aber wenn sich irgendwann die Chance ergibt mich dort zu beweisen, bin ich bereit dafür. Es wäre einer meiner größten Träume Österreich bei einer A-WM würdig zu vertreten.

 

www.hockey-news.info

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