HC Milano

HC Milano: Rund 25 Spieler stehen schon unter Vertrag!

Mit dem Einstieg des Milano Hockey Club in die ICE Hockey League ist einer der spektakulärsten Neuzugänge der Ligageschichte perfekt. Hinter dem Projekt steht unter anderem der Südtiroler Unternehmer Christof Leitner, der im Interview mit „sportnews.bz“ Einblicke in die Entstehung, die Finanzierung und die sportlichen Ziele des neuen Klubs gibt.

Leitner kam über seine berufliche Tätigkeit im Zusammenhang mit den olympischen Eisanlagen in Kontakt mit Mailand. Nach der Präsentation der neuen Arena im Februar sei er von Verantwortlichen der Stadt angesprochen worden. Gemeinsam mit Bürgermeister Giuseppe Sala und Lombardei-Präsident Attilio Fontana wurde das Projekt konkretisiert. „Von Beginn an war klar: Die ICE Hockey League ist die einzige Option“, betont Leitner.

Für Diskussionen sorgt der Einstieg des Krypto-Unternehmens House of Doge als Hauptinvestor. Leitner sieht darin jedoch eine große Chance auch weil man mit Marco Margiotta einen professionellen Partner gefunden hat. Luftschlösser würden in Mailand nicht gebaut, versichert der Klubchef.

Auch bei den Fans setzt man auf einen Neustart. Der Milano HC soll die verschiedenen Eishockey-Strömungen der Stadt vereinen. Gleichzeitig spricht Leitner eine klare Botschaft an potenzielle Problemfans aus: „Wir wollen keine Krawallmacher! Alte Rivalitäten wie jene zu Bozen dürfen kein Vorwand für Zündstoff oder Gewalt sein.“

Kräfte sollen gebündelt werden

Ein wichtiger Baustein ist die Nachwuchsarbeit. Gemeinsam mit den Milano Devils entsteht unter dem Namen „Milano Prospects“ eine Jugendorganisation mit rund 300 Nachwuchsspielern. Ziel ist es, das Mailänder Eishockey langfristig unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen.

Auch infrastrukturell laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die neue temporäre Arena mit Platz für rund 4.000 Zuschauer soll rechtzeitig zum Saisonstart fertig werden. Leitner widerspricht dabei Berichten über eine „Zeltarena“: „Es wird sicherlich kein Eishockey im Zelt geben.“ Parallel dazu werde bereits eine moderne permanente Arena geplant.

Budgetär im Mittelfeld

Finanziell sieht sich Milano im Ligamittelfeld. Das Budget bewege sich laut Leitner „im mittleren einstelligen Millionenbereich“ und liege auf einem ähnlichen Niveau wie jenes von Bozen oder Pustertal.

Sportlich wurde der Kader bereits weitgehend zusammengestellt. Rund 25 Spieler stehen unter Vertrag. Dabei habe man bewusst darauf geachtet, nicht in direkte Konkurrenz zu den Südtiroler ICE-Klubs zu treten. „Wir haben gesagt, wir werden uns nicht gegenseitig ausspielen. Und ich bin ein Mann, der sein Wort hält“, erklärt Leitner.

Bei der Kaderplanung setzte Milano auf die Expertise von Chris McSorley, während künftig Viktor Szelig als Sportdirektor fungieren wird. Im Hintergrund arbeitet der Klub zudem am weiteren Ausbau seiner Organisationsstruktur.

Keine Eintagsfliege

Trotz ambitionierter Ziele mahnt Leitner zur Geduld. Im ersten Jahr gehe es vor allem darum, eine stabile Basis zu schaffen. Die langfristige Perspektive steht dabei klar im Vordergrund: „Wir sind keine Eintagsfliege, die morgen wieder verschwindet. Wir haben ein fünfjähriges Projekt am Laufen.“ Sein abschließendes Signal an Liga und Fans ist eindeutig: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Bild: fodo.at

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