Graz99ers

99ers-Gründer Pildner-Steinburg: „Ob der Grazer Weg nachhaltig ist, will ich nicht beurteilen“

Der historische Titelgewinn der Graz 99ers sorgt auch beim Klubgründer für große Freude. Jochen Pildner-Steinburg blickt zufrieden auf die Entwicklung „seines“ Vereins – äußert im selben Atemzug aber auch vorsichtige Kritik am aktuellen Kurs.


Stolz auf Entwicklung – Respekt für Jerich

Pildner-Steinburg zeigt sich erfreut, dass sich Graz zur Eishockey-Hochburg entwickelt hat. Nach schwierigen Anfangsjahren habe sich das Projekt über fast drei Jahrzehnte etabliert. Großen Respekt zollt er dabei dem aktuellen Präsidenten Herbert Jerich, der mit viel Engagement und finanziellen Mitteln den Titel nach Graz geholt hat. Dessen Ansatz sei jedoch ein anderer: Während Jerich auf schnelle Erfolge setzt, hätte Pildner-Steinburg selbst einen vorsichtigeren, langfristigeren Weg bevorzugt.


„Money makes the world go round“

Dass der Erfolg auch mit den finanziellen Möglichkeiten zusammenhängt, spricht der 66-Jährige gegenüber der „Kleine Zeitung“ offen an. Die 99ers seien „vom finanziellen Mittelständler zum Krösus“ geworden und hätten gezielt investiert – wenn auch mit Gehältern, die er selbst so nicht bezahlt hätte. „Ich verfolge alles mit Argusaugen, was passiert. Aber ja, es ist nicht mein Weg. Und ich habe auch davor gewarnt, allzu schnell den Titel anzupeilen. Aber es ist sein Naturell, das kann man Herbert Jerich nicht ausreden: Er will die „Quick Wins“. Und die hat er. Er hat viel mit eigenem Einsatz erreicht, sich stark identifiziert, sehr viel Motivation mitgebracht und natürlich sehr viel Input in jeder Form geleistet. Ob es ein nachhaltiger Weg ist, will ich aber nicht beurteilen.“ Dennoch erkennt er die Arbeit des Managements an: Die vorhandenen Mittel seien effektiv eingesetzt worden.


Abstand mit Blick aufs „eigene Kind“

Als Ehrenpräsident verfolgt Pildner-Steinburg das Geschehen weiterhin genau, hält sich operativ aber bewusst zurück. Die Entwicklung der 99ers beobachtet er mittlerweile jedoch aus einer entspannteren Perspektive. Klar ist für ihn: Der Erfolg gibt dem aktuellen Weg recht, auch wenn er ihn selbst so nicht gewählt hätte.

Pic: PULS24/Fellner

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