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EBEL

Kadervorstellungen 2019 5/11: EC VSV

Die Preseason neigt sich dem Ende zu und die neue Saison steht vor der Tür. Zeit, einen Blick auf die Teams zu werfen und sich mit den Kadern zu beschäftigen mit denen die elf Vereine in die neue Saison gehen. Und anstatt der traditionellen Kaderbewertungen gibt es heuer eine Kadervorstellung – die Bewertung übernehmt ihr: Mit unserem Umfragetool.

Nach drei verpassten Playoffqualifikationen und mit zwei zehnten und einem elften Platz am Ende der Saison wollen die Villacher Adler heuer endlich wieder Höhenluft schnuppern. Dafür wurde ein Großteil des letztjährigen Kaders umgekrempelt: Elf Zugänge stehen elf Abgängen gegenüber. Der Königstransfer steht aber hinter der Bande: Neo-Coach Jyrki Aho.

Trainer:
Gerhard Unterluggauer ist als Headcoach Geschichte, wird aber als Sportdirektor weiter im Hintergrund die Fäden ziehen. Als Headcoach holten die (mittlerweile oft wechselnden) Verantwortlichen mit Jyrki Aho ein Kapazunder. Der 45-jährige war viele Jahre lang in der finnischen Liga als Assistant und Headcoach tätig, feierte dabei auch zwei Meistertitel und wurde 2012 als „Coach of the Year“ in der höchsten finnischen Spielklasse ausgezeichnet. Nach einer Saison in der KHL beim chinesischen Vertreter Kunlun Red Star (wo er nebenbei auch das chinesische Nationalteam coachte) kehrt er nun nach Europa zurück und heuert dort erstmals außerhalb seiner Heimat an.

Aho ist der neue starke Mann an der Bande (By Aleksi Ollila – Own work, CC BY-SA 4.0)

Beim VSV erhofft man sich (zurecht) viel von ihm, da er auch über ein starkes Netzwerk verfügt. Mit ins Boot holte er seinen letztjährigen Tormanncoach Sakari Lindfors als Co-Trainer. Der wesentlichste Abgang im Coachingstaff ist der des Goalietrainers und wohl besten Schlussmann-Ausbildners Österreich, Markus Kerschbaumer. Er wird durch den ehemaligen VSV-Goalie Manuel Skacal ersetzt. Weiters konnte man auch Legende Niki Petrik als Athletik-Coach in den Staff holen.

Goalie:
Eigentlich wollte man mit der letztjährigen Nummer 1 Dan Bakala auch in die neue Saison gehen. Doch Anfang August kam dann völlig überraschend die Trennung – „in beidseitigem Einvernehmen“, wie per Presseaussendung mitgeteilt wurde. Die späte Suche nach einer adäquaten Nummer 1 war schnell zu Ende, nur vier Tage später war Brandon Maxwell verpflichtet. Der 28-jährige US-Amerikaner verfügt über enorme Europa-Erfahrung, stand in der Ukraine, in Schweden und zuletzt fünf Jahre in Tschechien am Eis. Jedoch nie bei einem Spitzenteam und nie als unumstrittene Nummer 1. Hinter ihm herrscht Konstanz. Auch heuer wird Lukas Schluderbacher die Nummer 2 sein und auf mehr Einsätze als die fünf in der Vorsaison hoffen.

BISHERIGE KADERVORSTELLUNGEN
EC Red Bull Salzburg
EHC Black Wings Linz
Orli Zmojmo
HC Innsbruck
EC VSV
EC KAC
Fehervar AV19
Graz99ers
HC Bozen
Vienna Capitals
EC Dornbirn

Verteidiger:
In der Defense konnten die Adler den Österreicher-Block Schlacher, Bacher und Wolf halten. Auch Jamie Fraser (Vertrag bis 2021 + Option bis 2022) bleibt weiter im Adler-Dress. Drei Legionäre wurden jedoch getauscht, womit Matt Pelech, Yann Sauve und Jason DeSantis Geschichte sind – letzter trotz eigentlich bestehenden Vertrages. Die drei Neuzugänge kommen aus Schweden, Finnland und Kanada.

Markus Schlacher bleibt ein Adler (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

Kevin Schmidt ist der prominenteste, zumal er bereits 2016/17 eine EBEL-Saison in Dornbirn absolvierte und das sehr erfolgreich. Danach folgte die Rückkehr in die DEL, wo er für Iserlohn zuletzt zwei Saisonen absolvierte. Nun ist der 33-jährige zurück in der Liga und man hofft darauf dass er gleich stark zurückkommt wie er sie einst verlassen hat. Ebenfalls EBEL-Erfahrung hat Marko Pyöhönen. Der 31-jährige Finne aus Hollola stand 2017/18 für Zagreb am Eis, wechselte im letzten Sommer in die slowakische Liga zu Zvolen. Der dritte Neue im Bunde ist der serbisch-/schwedische Doppelstaatsbürger Alen Bibic. Er durchlief die Nachwuchsschule Leksands und spielte zuletzt für Rögle drei Saisonen in der SHL. Für ihn wird es das erste Abenteuer außerhalb der schwedischen Heimat und er ist eine „Erscheinung“. Mit über 100kg bei einer Körpergröße von 195cm ist er ein echtes „Abwehrbollwerk“, das sich in erster Linie auf seine Defensivaufgaben konzentriert.

Dass Defensivspiel der Adler muss sich auch massiv steigern, denn das war in der Vorsaison mit 158 Gegentoren das Neuntschlechteste, größte Schwachstelle war aber das Penaltykilling. Nur 72% der Unterzahlspiele überstand man schadlos, kassierte 59 Gegentore und war damit ligaweites Schlusslicht, sogar hinter Zagreb! Da kann es ja heuer nur besser werden. Doch muss man hoffen dass die dünn besetzte Defense nicht die eine oder andere Verletzung erfährt, denn dann wird es eng…

Jerry Pollastrone geht weiter für den VSV auf Torjagd (Pic: PSR/Kuess)

Stürmer:
Ein vollkommener Umbruch wurde im Angriff der Adler vollzogen. Nicht weniger als acht Stürmer sind weg, sieben kamen neu hinzu. Das Wichtigste zuerst: Topscorer Jerry Pollastrone konnte verlängert werden, unterschrieb gleich einen neuen Zweijahresvertrag. Die drei gefährlichsten Stürmer dahinter, MacGregor Sharp, Brandon Alderson und Blaine Down sind Geschichte. Ebenso wie der Schwede Johann Eriksson und Justin Maylan. Dazu wechselte Niki Petrik wie bereits erwähnt nach seinem Karriereende in den Coaching staff.

Der letztjährige Angriff war neben dem katastrophalen Penaltykilling die größte Schwachstelle der Adler. Nur 8% der Schüsse fanden den Weg ins Tor, 128 erzielte Treffer aus 52 Spielen und damit ein Schnitt von 2,46 (vor den nicht nennenswerten Zagreber) sind absoluter ligaweiter Minuswert.

Deshalb: „Neue Torjäger braucht das Land“ und die Villacher kauften ordentlich ein. Einen der diese Rolle erfüllen soll, kennt man in der EBEL bestens: Brodie Reid erzielte in je zwei Saisonen für Bozen und Dornbirn 74 Treffer aus 204 Einsätzen, gab zudem weitere 94 Vorlagen. Er sollte mit seinen 30 Jahren auf jeden Fall eine Verstärkung darstellen. Große Hoffnungen setzt man in Chris Collins, der zwar verletzungsbedingt drei Wochen Vorbereitung verpasst, dennoch bereits aufzeigte. Nach seiner Collegekarriere absolvierte er letzte Saison seine erste als Profi und erzielte in der ECHL prompt 30 Treffer, was ihm auch neun AHL-Einsätze bescherte, in denen er auch zweimal traf.

Niki Petrik wechselt ins Coachingteam (GEPA pictures/ Matic Klansek)

Der 23-jährige finnische und variabel einsetzbare Stürmer Anton Karlsson galt einst als große schwedische Hoffnung, durchlief alle schwedischen Nachwuchsauswahlen, holte mit seiner Heimat U20-Silber und wurde 2014 von den Phoenix Coyotes in der dritten Draft-Runde gezogen. Die letzten beiden Saisonen absolvierte er jedoch „nur“ in der zweiten schwedischen Liga, will sich nun aber beim VSV für höhere Aufgaben qualifizieren. Ein bekannter Name ist Patrick Björkstrand. Sein Bruder Oliver spielt in der NHL bei den Columbus Blue Jackets und sein Vater Todd coachte 2014-2016 die Graz99ers. Nach drei KHL-Saisonen mit Zagreb, einem Jahr AHL, sowie Engagements in der finnischen und deutschen Liga wird der dänische Teamspieler nun in der EBEL debütieren. Der fünfte neue Angriffs-Legionär ist Mika Lahti. Der Routinier ist zweifacher finnischer Champion und hat über 600 Liiga-Spiele am Buckel, spielte auch fürs finnische Nationalteam und wird mit seiner Routine großen Wert für die Adler haben.

Einen namhaften österreichischen Zugang vermeldeten die Draustädter mit der Verpflichtung von Martin Ulmer. Der 31-jährige Teamspieler und langjährige Schweiz-Legionär löste auf eigenen Wunsch seinen Vertrag in Thurgau und kehrt nun nach Österreich zurück um im Team der Adler eine Führungsrolle zu übernehmen. Ausgeliehen hat man sich zudem Christoph Wappis aus Salzburg, verlieh andererseits Philipp Wohlfahrt nach Feldkirch und Benjamin Lanzinger nach Zell am See.

Ob die völlig neu formierte Offense die letztjährige, aus der neben Pollastrone weiterhin Alagic, Brunner, Kromp, Spannring, Maxa und Lahoda erhalten bleiben, vergessen machen kann wird sich weisen.

Teamspieler Ulmer ist ein Adler (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

Nun seid ihr dran: Wo seht ihr den EC VSV in der kommenden Saison?

Pic: Werner Krainbucher, Puckfans.at

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