Europa

Komarek vor Österreich-Rückkehr? „Entscheidung wird wohl in den kommenden Wochen fallen“

Der 33-jährige Konstantin Komarek war neun seiner letzten zehn Spielzeiten in Schweden aktiv – zuletzt bei Västerås, mit denen er nach einer enttäuschenden Saison den Abstieg vermeiden konnte. Davor spielte er jahrelang bei Topklubs wie Malmö Redhawks oder Luleå. Auch Stationen in der KHL bei Dinamo Riga und in der Schweiz bei Biel runden die Vita des zweifachen EBEL-Champions ab. Im Interview mit Hockey-News spricht er über die schwierige Saison in Schweden, seine Zukunftspläne und ein mögliches Comeback im Nationalteam.

Du hast soeben die Relegation mit Västeras positiv beendet. War es deine bislang schwierigste Saison in Schweden?

Komarek: Es war sicher eine der schwierigsten Saisonen, die ich bis jetzt gehabt habe. In einer langen Karriere gibt es viele schwierige Jahre, aber diese Saison war besonders herausfordernd, weil wir als Mannschaft weit unter den eigenen Erwartungen sowie jenen des Vereins und der Fans geblieben sind. Das war mental über die gesamte Saison hinweg nicht einfach. 

Du warst zum richtigen Zeitpunkt in Topform und hast je vier Tore und Assists in der Relegation beigesteuert und dein Team somit vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahrt. Wie bewertest du die Saison für dich persönlich?

Komarek: Persönlich war meine Saison in Ordnung, aber das ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist der Teamerfolg, und der hat über die gesamte Saison hinweg nicht gepasst. Deshalb sehe ich die Saison insgesamt trotz eines guten Abschlusses in der Relegation als misslungen. Der Abschluss mit dem Seriengewinn war natürlich schön, aber das war das Mindeste, was wir tun konnten, um die Saison zu retten.

Du hast bereits verlautbart, dass du deine Zelte in Schweden abbrechen wirst. Wie blickst du auf all die Jahre zurück – sportlich, als auch privat?

Komarek: Ob ich Schweden tatsächlich verlasse, ist noch nicht endgültig entschieden. Österreich wäre eine sehr gute Option. Rückblickend war meine Zeit in Schweden aber sehr prägend: Ich bin früh nach Luleå gegangen, habe mich sportlich stark entwickelt und viele wichtige Menschen kennengelernt. Es gab große sportliche Momente, wie das Champions Hockey League Finale oder das SHL-Finale, und privat war die Zeit noch bedeutender: Ich habe meine Frau in Schweden kennengelernt, meine drei Kinder sind hier geboren und ich habe meine Familie hier gegründet.

Eine Rückkehr nach Österreich steht also zumindest im Raum – ist die Heimat das oberste Ziel oder könnte sich nochmal etwas anderes im näheren Ausland ergeben?

Komarek: Österreich ist mein Wunsch und wäre ein guter Schritt für meine Karriere und meine Familie. Dennoch gibt es auch andere Optionen in anderen Ligen, wo Klubs interessiert sind. Wichtig ist, dass alles passt. Ich möchte für einen Klub spielen, mit dem ich mich voll identifizieren kann. Ich möchte mit einer Mannschaft etwas erreichen, die einem wirklich etwas bedeutet und im Herzen berührt.

Gerüchten zufolge sollen die Vienna Capitals und Red Bull Salzburg heiße Kandidaten für deinen neuen Arbeitsplatz sein. Kannst du das bestätigen und bis wann soll eine Entscheidung fallen?

Komarek: Ich kann das eigentlich weder bestätigen noch dementieren. Eine Entscheidung wird voraussichtlich in den nächsten Wochen fallen.

Konstantin Komarek: Ich schließe ein Nationalteam-Comeback nicht aus, aber es müsste vieles zusammenpassen.

Nach der Saison ist immer vor der WM. Hast du das ÖEHV-Team in den letzten Jahren verfolgt und wie siehst du die Leistung?

Komarek: Sehr positiv. Die Leistungen der letzten Jahre waren beeindruckend, etwa das Viertelfinale in Stockholm vergangenes Jahr oder auch die starken Auftritte in Prag. Die Mannschaft hat sich hervorragend entwickelt und Österreich sehr gut vertreten.

Du selbst bist zuletzt 2019 im ÖEHV-Kader gestanden. 2021 bist du zur Olympiaqualifikation nicht berücksichtigt worden, danach ging die Familie vor. Hat es in den letzten Jahren Kontakt zu Roger Bader gegeben? Bei Fabio Hofer weiß man, dass Bader immer mal wieder nachfragt hat, ob er bereit wäre zu spielen.

Komarek: Nein, es gab keinen Kontakt. Ich habe ihm mitgeteilt, dass das Nationalteam in den vergangenen Jahren für mich keine Rolle gespielt hat und das wurde entsprechend respektiert.

Du hast im Dezember 2022 gesagt, dass du deine Nationalteamkarriere nicht als beendet siehst und dir ein Comeback vorstellen könntest, wenn du näher zu Österreich oder gar in Österreich spielen würdest. Wäre ein Comeback im Teamdress somit eventuell bald wieder ein Thema oder ist dieses Kapitel mittlerweile endgültig geschlossen für dich?

Komarek: Ich schließe ein Comeback nicht aus, aber es müsste vieles zusammenpassen. Die Familie spielt eine große Rolle und eine WM bedeutet immer eine lange Abwesenheit. Zudem ist die Mannschaft aktuell sehr eingespielt und erfolgreich, daher wäre es nicht allein meine Entscheidung, sondern auch die des Teamchefs.

Bild: facebook.com/vikhockey

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