Österreich erwischte gegen
Gastgeber Slowenien in der Eishalle Bled einen Traumstart: Felix
Haiböck fälschte nach einem Bully in der Angriffszone einen Schuss
von Verteidiger Paul Reiner nach genau elf Sekunden zur 1:0-Führung
ab.
Danach versuchte das Team von
Head Coach Philipp Pinter, der dieses Mal wieder Benedikt Oschgan
als Starting-Goalie das Vertrauen schenkte, das Spiel zu
kontrollieren.
Kurz nach einer überstandenen
Unterzahl-Situation war eine Strafe gegen Slowenien angezeigt,
Alexander Rupnik zog unwiderstehlich ins Angriffsdrittel, umkurvte
zwei Slowenen und sendete den Puck in Minute neun zum 2:0 in die
Maschen.
Gegen Ende des ersten Abschnitts
drückten die Gastgeber auf den Anschlusstreffer, aber Keeper
Oschgan hielt die Null. Die ÖEHV-Auswahl hatte für die letzten
40 Sekunden noch ein Überzahl-Spiel, Treffer fiel keiner und so
starteten die Österreicher mit einem Powerplay ins zweite Drittel.
Diese numerische Überlegenheit blieb ungenutzt.
Nach knapp vier Minuten hatte
Alexander Rupnik das 3:0 am Schläger, scheiterte jedoch an
Sloweniens Schlussmann Jon Dukarič. Die Gastgeber mussten nun
naturgemäß offensiver agieren und prüften Goalie Oschgan mehrere
Male. Gegen den Schuss von Anže Žeželj aus dem Slot in Minute 30
zum 1:2-Anschlusstreffer war Österreichs Keeper
machtlos.
Die Österreicher fanden nur 24
Sekunden nach dem 1:2 die perfekte Antwort. Alexander Rupnik schoss
auf das Tor und Paul Noll drückte die Scheibe nach kurzer Abwehr
von Dukarič im Nachsetzen zum 3:1 über die Linie. Danach hatte
Rot-Weiß-Rot eine heikle Phase zu überstehen, hielt sich aber in
vier Minuten Unterzahl schadlos.
In der letzten Minute des zweiten
Abschnitts – Slowenien spielte ein Powerplay – hatte Österreich
drei Mal eine glasklare Chance auf einen Shorthanded-Treffer.
Zunächst scheiterte Oliver Lam nach einem Alleingang an Dukarič und
David Waschnig brachte den Rebound nicht unter. Wenige Augenblicke
später zog Luca Kogler alleine auf den slowenischen Kasten, es
blieb beim 3:1 nach 40 Minuten.
Gleich zu Beginn des
Schlussabschnittes hatte Slowenien – noch in Überzahl – die Chance
auf den Ausgleich, den Keeper Benedikt Oschgan mit Monster-Save
vereitelte. Die Unterzahl war gerade überstanden, als Žan Špari
Leben mit einem satten Schuss vom rechten Bullykreis nach 53
Sekunden der Anschlusstreffer zum 2:3 gelang. Nur 53 Sekunden
später wurde Anže Žeželj nach einem schnellen Konter ideal
freigespielt und hob den Puck Backhand zum 3:3 ins
Netz.
Der Schock durch den Doppelschlag
währte nicht lange: Österreich hatte ein Powerplay und Gregor Biber
ließ Sloweniens Keeper Dukarič mit einem herrlichen
Handgelenksschuss zum 4:3 in Minute 47 keine Chance. In den letzten
13 Minuten lieferten sich beide Teams einen sehenswerten Fight, das
Match entwickelte sich zu einem Thriller.
Österreich überstand eine Unterzahl
und schlug danach zu: Laurin Wempe schoss in Minute 57 das 5:3 für
die ÖEHV-Auswahl. Die letzten Minuten waren nichts für schwache
Nerven, zunächst zog Slowenien Torhüter Dukarič und erzielte durch
Maj Crnkič das 4:5, eineinhalb Minuten vor Schluss. 58
Sekunden vor dem Ende traf Paul Noll ins leere Tor zum 6:4 für
Österreich, es war das zweite Tor für Noll an diesem Abend.
Doch damit nicht genug: Vier
Sekunden vor dem Ende gaben die Schiedsrichter Penalty für
Slowenien, weil Keeper Benedikt Oschgan seinen Kasten verschoben
hatte. Oschgan bügelte diesen Fehler mit einer starken Abwehr aus,
Österreichs U18 Nationalteam feierte einen sensationellen 6:4-Sieg
und bleibt damit im Aufstiegsrennen.
Zum Spieler des Abends bei
Österreich wurde Torhüter Benedikt Oschgan gewählt. Nach einem
Ruhetag am Freitag folgt am Samstag ab 19:30 Uhr der nächste
WM-Auftritt gegen die Altersgenossen aus Italien, das bisher alle
drei Partien gewonnen hat und bei neun Punkten hält. Dahinter hat
sich Österreich auf Platz zwei geschoben, mit sechs Punkten aus
drei Spielen.
Head Coach Philipp
Pinter analysierte den WM-Thriller von Bled nach der
Schluss-Sirene: „Da war eine Menge Nervosität dabei, die Jungs
haben gemerkt, dass es um sehr viel geht. Es war unglaublich, wie
meine Cracks nach dem Ausgleich weiter gefightet und die richtige
Antwort gegeben haben. Das war ein Kampf mit großer Leidenschaft
und Herz über 60 Minuten. Wir sind stolz auf diese Mannschaft, auf
diesen gemeinsamen Willen. Torhüter Benedikt Oschgan war heute
überragend, das war unglaublich, was er gehalten hat. Jetzt freuen
uns erst einmal, dann ist Regeneration angesagt. Am Samstag wartet
der nächste Kampf gegen Italien und wir werden uns dementsprechend
vorbereiten!“