Große Hoffnungen hatte man zum Saisonstart der letzten Saison, doch diese wurden am Ende enttäuscht. Die Preussen aus Berlin hatten durchaus die Ambitionen und auch die Hoffnungen auf die Playoffs, am Ende wurden sie mit acht Punkten und auf Rang zwölf doch klar verpasst. Nun gibt es einen Neuanfang mit einigen neuen Gesichtern und neuem Coach. Neuer Trainer, neues Glück?
Trainer
David Haas ist der neue Mann an der Bande. Als Trainer ist der
49-Jährige ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt, als Spieler war
er als Raubein gefürchtet. Nur zum Ende seiner Karriere kann man
Saisons finden, in denen Haas weniger als 100 Strafminuten hatte.
Ob Haas dies nun auf die Preussen überträgt? Die Befürchtung ist
zumindest da, sammelten die Preussen in den (statistisch erfassten)
drei Pre-Season-Games satte 153 Strafminuten. Und auch im ersten
Saisonspiel in Erfurt (3:4) sorgten die zahlreichen Strafzeiten für
die Niederlage. Bekommt Haas dort keine Änderung rein, dann wird
das ganz schwer, dauerhaft erfolgreich zu sein.
Punkte: 4/10
Torhüter
Olafr Schmidt wird als Nummer eins in die Saison gehen – etwas
anderes dürfte schwer zu verkaufen sein. Der 22-Jährige zeigte sein
volles Talent, einige spektakuläre Saves und gewann immerhin elf
seiner 29 Partien, zumal er fast nur gegen die Topgegner ran
durfte. Offen dürfte das Rennen um die Nummer zwei sein. Philipp
Lücke ist via Förderlizenz aus Wolfsburg gekommen und Lucas
Hoffmann aus dem Dresdner Nachwuchs. Beide sind talentierte junge
Torleute, welcher aber ihre Fehler haben und machen. Folglich
sollten die Youngster ihre jeweiligen Spielanteile
bekommen.
Punkte: 6/10
Abwehr
156 Gegentore kassierten die Preussen, das war Liga-Durchschnitt.
Vier Spieler (Menge, Preiß, Weihrauch, Pritykin) gingen, drei Neue
kamen. Mit Ausnahme von Kapitän Max Janke und Allrounder
Christopher Schimming wird das Motto „Jugend forscht“ hochgehalten.
Garrit Blume, Allrounder Quirin Stocker, die Neuzugänge Lukas
Stettmer und Joe Timm sowie Brian Bölke und Lukas Ogorzolec sind
alle 21 Jahre oder jünger. Das hat mit Sicherheit seine Vorteile,
hat aber auch viele Nachteile, wie man in einigen
Vorbereitungsspielen sehen konnte. Hier ist Haas gefordert, um
seine Defensive stabiler zu gestalten.
Punkte: 5/10
Angriff
Der Angriff war im letzten Jahr einer der schlechtesten der Liga.
Lediglich Braunlage und die Hannover Scorpions erzielten weniger
Treffer als die Charlottenburger. Folglich haben gleich sechs
Stürmer den Verein verlassen, vier neue sind gekommen. Brian
Gibbons ist dabei der Prominenteste und wird sicherlich an seine
Zeiten in Neuwied anknüpfen wollen. Can Matthäs war im letzten Jahr
so etwas wie die große Konstante im Sturm des Lokalrivalen FASS.
Gemeinsam mit dem Slowaken Jakub Rumpel sowie Josh Rabbani und
Julian van Lijden sollen diese für die Tore am Glockenturm sorgen.
Die anderen Neuzugänge Max Cejka und Ludwig Wild müssen erst noch
beweisen, dass sie mehr sind als bloße Kaderauffüller. Felix Braun,
Philip Grunwald, Marvin Krüger, Justin Ludwig und Daniel Volynec
sind bekannte Namen bei den Preussen und haben ihre Qualitäten
allgemein unter Beweis gestellt. Vielleicht können sie von den
Neuzugängen profitieren.
Punkte: 6/10
Fazit: 21 von 40
Punkten
Einen kleinen Umbruch gab es bei den Preußen, die Frage ist, wohin
das Ganze führt. Talent hat das Team ohne Frage, hier und da fehlt
aber die nötige Erfahrung. Gelingt es Trainer David Hass, die gute
Defensivarbeit seines Vorgängers fortzuführen und gleichzeitig die
Undiszipliniertheiten einzudämmen, dann wird es eine recht
entspannte Saison für die Preussen. Gelingt dies aber nicht, dann
wird es ganz schwer für Berlin. Dann droht sogar der Absturz in die
Regionalliga.
Christian Schülling
Bisherige Vorschauen:
Herner EV
Icefighters Leipzig
Crocodiles Hamburg
Füchse Duisburg
Hannover Scorpions
Black Dragons Erfurt







