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EBEL

Kadervorstellungen 2019 8/11: Graz99ers

Die Preseason neigt sich dem Ende zu und die neue Saison steht vor der Tür. Zeit, einen Blick auf die Teams zu werfen und sich mit den Kadern zu beschäftigen mit denen die elf Vereine in die neue Saison gehen. Und anstatt der traditionellen Kaderbewertungen gibt es heuer eine Kadervorstellung – die Bewertung übernehmt ihr: Mit unserem Umfragetool.

Was war das für eine unglaubliche Saison der Graz99ers. Als Sieger des Grunddurchgangs erreichte man erstmals in der Vereinsgeschichte das Halbfinale der Playoffs, wo man dann letztendlich dem späteren Meister aus Klagenfurt mit 0:4 unterlag. Als Belohnung gab’s die erstmalige CHL-Qualifikation und dort zeigte man mit dem Sieg bei Titelverteidiger Frölunda dass man auch heuer richtig gut drauf ist.

Grund dafür ist, dass man den Kader im Großen und Ganzen halten konnte und die wenigen Abgänge auch gut ersetzen konnte. In Graz hat man mit der letztjährigen Euphorie eine große Chance genutzt um intern den nächsten Schritt zu machen und die Lücke auf die großen Teams der EBEL zu verkleinern. Mit verbesserten Strukturen die auf Grund der Erfolge und damit einhergehenden besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten geschaffen wurden, könnte man nachhaltig nun ein regelmäßiges Playoffteam werden, dem vielleicht irgendwann der ganz große Coup gelingt. Eishockey ist seit der letzten Saison in Graz endlich wieder angesagt und die Verantwortlichen versuchen einiges um dies aufrecht zu erhalten.

Eishockey ist wieder „modern“ in Graz (Pic: Werner Krainbucher, Puckfans.at)

Trainer:
Mit Ende der Saison 2017/18, also vor mehr als einem Jahr verpassten die Graz99ers zum vierten mal binnen fünf Jahren die Playoffs und beendeten die Saison als Letzter. Dennoch hielten die Steirer an Doug Mason fest, was nicht jedem Fan verständlich erschien. Doch die Rechnung ging auf, Mason zeichnete sich im Vorjahr als Headcoach für die beste Saison der 99ers-Geschichte verantwortlich und das just zum 20-jährigen Vereinsjubiläum. Der Lohn: Ein neuer Zweijahresvertrag der ihn nun bis 2021 bindet. Neben dem 64-jährigen wird den Steirern auch Co-Trainer Jens Gustafsson erhalten bleiben. Der 45-jährige gilt als wichtige Säule im Trainerstab, nicht nur wegen seiner tollen Kontakte nach Skandinavien, die im heurigen Sommer den einen oder anderen Transfer ermöglichten.

Mason genießt in Graz hohes Ansehen (www.sport-bilder.at)

Goalie:
Seit dem Abgang von Sebastian Dahm ist die Torhüterposition die Problemstelle der Grazer. Mit Andrew Engelage, Hannu Toivonen und Robin Rahm scheiterten drei Goalies an den großen Fußstapfen des Publikumslieblings. Dies könnte heuer endgültig Geschichte sein, denn Cristopher Nihlstorp hat das Potenzial in einem Atemzug mit Namen wie Dany Sabourin oder eben Sebastian Dahm genannt zu werden, die zwischen 2013 und 2017 Eindruck hinterließen.

Schon in den ersten Tests und den CHL-Auftritten zeigte der Schwede dass ein Goalie mit 35 Jahren im besten Alter ist. Nihlstorp ist Calder Cup Champion, zweifacher schwedischer Meister und absolvierte sechs NHL-Partien für die Dallas Stars. Hinter ihm geht Thomas Höneckl in seine fünfte Saison als 99ers-Backup. Der 29-jährige Schwarzacher ist ein solider „Einspringer“ aber auch nicht mehr, weshalb es für ihn nur zu Entlastungseinsätzen kommen wird, damit der routinierte Schwede auch seine Pausen erhält. Sollte Nihlstorp fit bleiben, sind die Grazer gut aufgestellt und sollten heuer auf dieser Position weniger Probleme haben als in den beiden Jahren zuvor.

Der Caito-Abgang schmerzt (Pic: 99ers)

Verteidiger:
Eine Reduktion von vier auf drei Legionäre erfuhr die 99ers Defense im Sommer. Und am Schmerzhaftesten ist dabei der Abgang von Matt Caito. Der 26-jährige US-Amerikaner war ein Goldgriff, als man ihn letzten Sommer erstmals nach Europa holte. Mit 21 Treffern und 29 Assists war er bester D-Scorer der 99ers-Geschichte und dies brachte ihm nun einen Vertrag in der finnischen Liiga ein. Ebenso nicht mehr im Team ist Robin Jacobsson. Den 33-jährigen Schweden zog es zurück in seine Heimat zu AIK. Für die beiden Abgänge gab es zwei Zugänge. Die Geschichte um Trevor Hamilton erinnert ein bisschen an die Caito-Story vor einem Jahr. Denn er ist ebenso US-Amerikaner, nur unwesentlich jünger als Caito und wurde auch von den Grazern erstmals über den großen Teich geholt. Mal sehen ob der „falsche Hamilton“ wie er im Team wegen derselben Rückennummer seines Namensvetters und Vorgängers Curtis auch genannt wird, auch so einschlagen wird.

Der zweite Zugang ist Philipp Lindner. Und wie schon ein Jahr zuvor mit Erik Kirchschläger ist es den Steirern erneut gelungen einen Jungnationalspieler von einem Ligakonkurrenten (diesmal vom Inn) an die Mur zu lotsen. Apropos Kirchschläger: Er hat noch zwei Saisonen Vertrag, genauso wie Leitfigur Oliver Setzinger, der als 36-jähriger in seine 21.Profisaison geht. Zudem beinhaltet die Steirer-Defense zwei Schweden. Robin Weihager geht in seine vierte 99ers-Spielzeit und ist als zuverlässiger Defender der auch offensiv viel Output bringt, gar nicht mehr wegzudenken. Ebenfalls gehalten wurde Karl Johansson. Der 26-jährige, der zu Jahresbeginn kam, überzeugte bei den Grazern und empfahl sich für einen Anschlussvertrag. Abgerundet wird die Abwehr der Grazer mit den jungen Eigenbauspielern Amadeus Egger (19) und Lukas Färber (21).

Setzinger trägt viel Verantwortung (Pic: Werner Krainbucher, Puckfans.at)

BISHERIGE KADERVORSTELLUNGEN
EC Red Bull Salzburg
EHC Black Wings Linz
Orli Zmojmo
HC Innsbruck
EC VSV
EC KAC
Fehervar AV19
Graz99ers
HC Bozen
Vienna Capitals
EC Dornbirn

Stürmer:
Die Offense der Grazer ist schnell umschrieben, denn es stehen lediglich zwei Ab-und zwei Zugänge zu Buche und diese treffen den Legionärssektor. Mit Ty Loney verhält es sich ähnlich wie bei Matt Caito, auch ihn hätte man gerne behalten. Doch seine 28 Treffer und 26 Assist in seiner Europa-Premierensaison waren dann ausschlaggebend, dass er nicht zu halten war. Die Vienna Capitals schlugen zu und holten ihn an die Donau. Ebenfalls verabschiedet hat sich Curtis Hamilton. Der 27-jährige sammelte immerhin auch 43 Punkte, doch waren seine Leistungen nicht immer konstant. Er wechselte zu den Belfast Giants in die britische Liga. Für die beiden Nordamerikaner wurden zwei Schweden geholt, die keine Qualitätsverschlechterung darstellen sollten. Der 31-jährige Routinier Joakim Hillding führte Oskarshamn in der letzten Saison zum Aufstieg in die schwedische Topliga. Dass er nun in Graz landete, ist aus Sicht der Grazer eine Verkettung positiver Umstände, wobei die CHL-Teilnahme und Co-Trainer Gustafsson keine unwesentliche Rolle spielten. Der Center verfügt über unglaublich tolles Stick-Handling und eine hohe Spielintelligenz. Selbst Frölundas General Manager Fredrik Sjöström war überrascht dass Hillding nun in Graz ist.

Der zweite Neo-Schwede ist Sebastian Collberg und 25 Jahre jung. Der gilt als sehr zweikampfstark, verfügt über einen starken Wristshot mit dem er gern den Abschluss sucht und scheut keinen Zweikampf. Nach einem Abstecher nach Nordamerika war er in den letzten drei Jahren in der SHL aktiv und war beim letzten U20-Weltmeistertitel der Schweden maßgeblich beteiligt. 16 Punkte aus 14 Spielen machte er 2014 auf dem Weg zu Gold und weiss somit wie man Titel gewinnt.

Der Rest? – Bekannte Gesichter die man nicht großartig vorstellen braucht. Topscorer Yellow Horn konnte genauso gehalten werden wie Topstar (dass er zweifacher Stanleycupsieger ist braucht man nun wirklich nicht mehr erwähen…) Dwight King. Mit Matt Garbowsky, Ken Ograjensek, Travis Oleksuk wurden drei weitere Legionäre gebunden. Extrem wichtig sind auch die beiden einheimischen Eckpfeiler Daniel Oberkofler und Kevin Moderer. Und auch Lukas Kainz, der sich Schritt für Schritt weiterentwickelt, wird bald eine wesentlichere Rolle einnehmen. Dazu kommen die Doppelstaatsbürger Zusevics und Grafenthin, die das Lineup abrunden. Zudem rückten die Youngster Pauschenwein und Krainz in den Kader auf.

Colton Yellow Horn fehlt zum Saisonauftakt (Foto: PSR/Kuess)

Die Steirer hatten mit ihrer Offense im Vorjahr sehr viel Freude. Mit 170 Treffern im Grunddurchgang zeigten sich nur die Salzburger torgefährlicher (181). Zudem zeigte man mit 24,9% das effektivste und mit 59 Treffern auch das produktivste Powerplay der Liga. Wenn man sich den Kader ansieht möchte man den Grazern durchaus zutrauen diese Offensivperformance zu wiederholen. Bitter sind nun nur die nun wochenlangen verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Offensivkapazunder Collberg und Yellow Horn. Doch Ersatz wird geholt, ob der tatsächlich Thomas Vanek heissen wird, wie vielerorts spekuliert wird, wird man sehen…

Nun seid ihr dran: Wo seht ihr die Graz99ers in der kommenden Saison?

 

Pic: Werner Krainbucher, Puckfans.at

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