Was für ein Halbfinal-Spiel in Leoben: Die Kapfenberger Kängurus bezwangen den Titelfavoriten SC Hohenems in einem mitreißenden Match mit 7:4. Im zweiten Semifinale sorgten die heimstarken Wattens Penguins mit einem 3:0 gegen Althofen für eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel.
Die vier verbliebenen Vereine in der Ö Eishockey Liga sorgten in den beiden Halbfinal-Hinspielen erneut für spannende Auseinandersetzungen. Einen irren Spielverlauf erlebten die Fans in der Eishalle Leoben. Die Kapfenberger fügten dem Favoriten aus Hohenems die erste Saisonniederlage zu. Die Wattens Penguins setzten ihre starken Heimauftritte im Alpenstadion auch gegen den 1. EHC Althofen fort. Die Rückspiele am Samstag versprechen auf jeden Fall Spannung.
Semifinale 1: Kapfenberger
Kängurus gewinnen sensationell gegen den SC Hohenems
Der Kracher Erster der Gruppe West gegen Erster der Gruppe Nord-Ost
begann mit einer halbstündigen Verspätung, weil die Hohenemser bei
der Anreise im Stau standen. Die lange Busreise in die Steiermark
steckte den Vorarlbergern in den Beinen und das nutzten die
Gastgeber in der Eishalle Leoben gnadenlos aus. Dominik Wassermann
bekam nach einem Fehlpass der Steinböcke die Scheibe an der blauen
Linie, er hielt einfach drauf und traf zum frühen 1:0 für die
Kapfenberger (2.). Das Team von Spielertrainer Kris Rheinthaler
spielte weiter frech nach vorne. Vier Minuten nach der Führung fiel
das 2:0 für die Steirer. Maximilian Ramsbacher erkämpfte sich
hinter dem Tor energisch den Puck, kurfte vor das Tor und
überraschte Hohenems-Goalie Matthias Fritz (6.). Das Match nahm
immer mehr an Fahrt auf, die Mannschaft von Headcoach Bernd
Schmidle versuchte mit allen Mitteln, endlich ins Spiel zu finden.
Die Kapfenberger setzten nach und sorgten in Überzahl für das 3:0.
Florian Hoppl kehrte den Puck nach einem Stangenabpraller
spektakulär im Fallen über die Linie (14.). Knapp zwei Minuten
später waren auch die Steinböcke auf der Anzeigentafel. Marcel Wolf
stand nach einem Pass von Johannes Hehle alleine vor
Kapfenberg-Keeper Oliver Zirngast und fälschte die Scheibe zum 1:3
ab (16.).
Die Kapfenberger starteten blitzartig in den zweiten Abschnitt: Martin Grabher Meier saß bei Hohenems noch eine Strafe aus dem ersten Drittel ab und die Kängurus ließen sich diese Überzahl-Chance nicht entgehen. Kris Reinthaler passte genau auf das Blatt des vor dem Tor freistehenden Stefan Trost, der zum 4:1 abzog (22.). Die Vorarlberger kämpften verbissen weiter. Mit dieser Situation eines Dreitore-Rückstands waren die Steinböcke in dieser Saison noch nie konfrontiert. Erst mit einem Überzahl-Spiel gelang der zweite Treffer. Der HSC baute das Powerplay geschickt auf. Die Scheibe lief gut, Johannes Hehle spielte Marcel Wolf ideal frei, der zum 2:4 traf (30.). Das Match war nun wesentlich offener. Knapp vor Drittelende gab es erneut ein Überzahlspiel für die Kängurus. Florian Hoppl zog aus dem Slot ab und Dominik Wassermann verwertete den Nachschuss aus kurzer Distanz zu 5:2 für Kapfenberg (39.). Kurz vor der Sirene kochten erstmals die Emotionen hoch.
Auch im Schlussabschnitt boten beide Teams ein gutes, temporeiches Spiel. Als Johannes Hehle bei Hohenems auf der Strafbank saß, zogen die Kängurus ein blitzsauberes Überzahlspiel auf. Lukas Draschkowitz spielte Pierre Graf frei und der erzielte das 6:2 (48.). Die Schlussphase war dann an Dramatik nicht zu überbieten: Als gegen die Kapfenberger eine Strafe angezeigt war und Hohenems mit sechs Feldspielern agierte, hämmerte Thomas Auer den Puck vom linken Bullypunkt zu 3:6 ins Netz (56.). Elf Sekunden später spielte Pascal Kainz einen herrlichen Querpass vor das Tor und Julian Grafschafter hielt den Schläger zum 4:6 hin (56.). Die Fans in Leoben trauten ihren Augen nicht, binnen kürzester Zeit war der Viertore-Vorsprung auf zwei Tore geschrumpft. Die Enttäuschung darüber dauerte aber nur eine Minute. Pierre Graf zog nach einem Konter vom Bullykreis ab und sendete den Puck ins Kreuzeck zum 7:4 für die Kängurus (57.). Das Rückspiel in Vorarlberg im Herrenried am nächsten Samstag verspricht Spannung pur.
Semifinale 2: Wattens
Penguins sorgen gegen Althofen für eine gute
Ausgangsposition
Das zweite Halbfinal-Duell zwischen
den WSG Swarovski Wattens Penguins und dem 1. EHC Althofen begann
so, wie sich Eishockeyfans ein Playoff-Match vorstellen. Beide
Teams versuchten zunächst, die Defensive zu stabilisieren und
hinten sicher zu stehen. Mit Fortdauer des ersten Drittels
versuchten die Kontrahenten, auch offensive Akzente zu setzen. Die
beiden Goalies René Huber bei Wattens und Fabian Horn bei den
Rhinos sorgten in den ersten 20 Minuten für den nötigen Rückhalt.
Gleich im ersten Drittel gab es einige ruppige Szenen und einen
Fight um jeden Zentimeter Eis.
Auch im zweiten Abschnitt änderte sich am Spielgeschehen wenig. Beide Teams fighteten um jeden Raum und gaben keinen Millimeter nach. Weiterhin ließen die beiden extrem gut postierten Torhüter keine Rebounds zu. Neun Sekunden vor Drittelende brachen die Penguins den Bann. Fabian Nußbaumer passte von der blauen Linie auf die lange Stange, dort stand Valentin Schennach goldrichtig und bugsierte die Scheibe zur umjubelten 1:0-Führung über die Linie (40.).
Im Schlussabschnitt erzielte Fabian Nußbaumer nach einem energischen Angriff der Tiroler auf der linken Seite aus einem Gestocher vor dem Tor das 2:0 für die Wattens Penguins (45.). Die von Gerald Ressmann betreuten Kurstädter versuchten, das Ruder in der Partie herumzureißen und lancierten einige gute Angriffe. Die Abwehr der Kristallstädter stand gut und ließ wenige Schüsse zu. Die Schussversuche waren auch zu harmlos und bei Wattens-Goalie René Huber gut aufgehoben. Die Truppe von Headcoach Jaroslav Betka kontrollierte die Partie über weite Strecken sehr gut. Viereinhalb Minuten vor dem Ende setzte sich Lukas Schwitzer in der linken Ecke an der Bande durch, passte perfekt auf Christoph Hörtnagl, der aus dem Slot ins lange Eck zum 3:0 traf (56.) und für eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel sorgte. Wattens-Goalie René Huber feierte ein Shutout, aber entschieden ist dieses Halbfinal-Duell noch lange nicht.
Playoff-Modus
Auch im Halbfinale werden die Duelle im Champions Hockey League
(CHL) Modus in einem Hin- und Rückspiel entschieden. Das Team, das
am Ende im Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel vorne liegt,
steigt ins Halbfinale auf. Sollte es bei der Schluss-Sirene nach
120 Minuten ein Unentschieden im Gesamtscore geben, fällt die
Entscheidung in einer zehnminütigen Overtime Drei gegen Drei und in
einem möglichen Penaltyschießen. Das heißt, es gibt im Hinspiel
keine Overtime. Das jeweilige Hinspiel endet nach 60 Minuten
Unentschieden oder mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit.
Ö Eishockey Liga – Playoff-Semifinale Hinspiele
Semifinale 1 –
Hinspiel:
Kapfenberger SV Eishockeyclub vs. SC Hohenems 7:4
(3:1,2:1,2:2)
Sa., 26. Februar 2022, 19:00 Uhr, Eishalle Leoben
Torschützen Kapfenberger SV: Dominik Wassermann (01:19 Min.),
Maximilian Ramsbacher (05:14 Min.), Florian Hoppl (13:56 Min.),
Stefan Trost (21:11 Min.), Dominik Wassermann (38:51 Min.), Pierre
Graf (47:52 Min.), Pierre Graf (56:38 Min.)
Torschützen SC Hohenems: Marcel Wolf (15:39 Min.), Marcel Wolf
(29:13 Min.), Thomas Auer (55:25 Min.), Julian Grafschafter (55:36
Min.)
Semifinale 2 –
Hinspiel:
WSG Swarovski Wattens Penguins vs. 1. EHC Althofen 3:0
(0:0,1:0,2:0)
Sa., 26. Februar 2022, 19:00 Uhr, Alpenstadion
Torschützen Wattens Penguins: Valentin Schennach (39:51 Min.),
Fabian Nußbaumer (44:39 Min.), Christoph Hörtnagl (55:36 Min.)
Ö Eishockey Liga – Playoff-Semifinale Rückspiele
Semifinale 1 – Rückspiel:
SC Hohenems vs. Kapfenberger SV Eishockeyclub
Sa., 05. März 2022, 18:30 Uhr, Eisstadion Herrenried
Semifinale 2 – Rückspiel:
1. EHC Althofen vs. WSG Swarovski Wattens
Penguins
Sa., 05. März 2022, 18:00 Uhr, Stadthalle Althofen
www.eishockey.at, Pic: EVZ/Mayerl









