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Europa

Exporte: Weshalb Bernhard Starkbaum in der NLB landete und welche Ironie dahinter steckt:

Österreichs Nationalgoalie Bernhard Starkbaum spielt heuer beim Schweizer Zweitligisten Kloten. Warum und wie es dazu kam und welch Ironie dahinter steht, lest ihr hier:

Bernhard Starkbaum (32) steht lächelnd in den Katakomben des Klotener Stadions am Schluefweg und meinte, dass er sich bisher kaum etwas zu Schulden habe kommen lassen. Eine bescheidene Einschätzung bezüglich seiner Leistung bei der WM vom vergangenen Mai beim Eröffnungsspiel gegen die Schweiz. Da wurden Schlagzeilen geschrieben wie: „Österreichs Nationalkeeper Starkbaum lässt die Schweizer verzweifeln“ und vieles mehr, als die Schweiz nur einen knappen Overtime-Sieg gegen den vermeintlich unterlegenen Aufsteiger herausholte. Starkbaum wurde mit seinem starken Auftritt zum besten Spieler der Partie ausgezeichnet.

Bereits bei der WM 2015 hatte er die Schweizer schier zur Verzweiflung gebracht und im Penaltyschiessen den letzten Versuch von Roman Josi pariert und seiner Mannschaft den Sieg gesichert. Auch hatte sich der 32-jährige, gebürtige Wiener und Ex-Keeper des EC Salzburg bereits mehrfach auf höchstem Goalie-Niveau bewiesen.

Warum aber hat ein Torhüter seines Formats beim NLA-Absteiger EHC Kloten angeheuert? Er, der vier Saisons lang Stammgoalie bei Modo und Brynäs in der obersten schwedischen Liga war und zuletzt mit dem EC Salzburg bis in das Play-off-Finale der EBEL vorgestoßen war? Die Antwort von Starkbaum: „Weil das Angebot des EHC Kloten das einzig vorhandene war“.

Trotz seinen ausgezeichneten Leistungen bei Red Bull Salzburg, hatte man ihm keine Vertragsverlängerung angeboten und stattdessen auf den Amerikaner Steve Michalek gesetzt und in Schweden wurden von den an Starkbaum interessierten Clubs schlussendlich doch die einheimischen Goalies zurückgegriffen. Der Grund dafür könnte sein, dass in der EBEL neben den österreichischen Teams auch noch je eines aus Italien, Kroatien, Ungarn und Tschechien spielt, und es keine Ausländerbeschränkung wie in der Schweiz gibt. Somit bekommen österreichische Spieler inklusive Torhüter zu wenig Spielpraxis, was für die österreichische Nationalmannschaft negative Folgen hat.

(Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter)

Dieses Szenario könnte auch dem Schweizer Eishockey drohen, sollte man die Zahl der erlaubten Ausländer erhöhen, worüber zur Zeit gerade diskutiert wird. Ein Grund angegeben für diese Diskussion ist unter anderem die zur Zeit herrschende Knappheit an tauglichen und einheimischen Goalies, welche auch den EHC Kloten dazu veranlasste, einen der beiden Ausländerplätze mit einem ausländischen Torhüter zu besetzen. Die Ironie dabei ist, dass Bernhard Starkbaum in der EBEL von einem Ausländer verdrängt wurde und in der Schweiz einem Schweizer den Platz wegnimmt.

Hergestellt wurde die Verbindung zu Kloten vom Schweizer Roger Bader, österreichischer Nationaltrainer mit Klotener Vergangenheit (Assistenzcoach).
Seit gut einem Monat weilt Bernhard Starkbaum in der Flughafenstadt Kloten, seine Ehefrau und die beiden Kinder folgten ihm in der letzten Woche nach. Viel von der Schweiz hat Starkbaum bisher noch nicht gesehen, hat aber das Gefühl, dass die Schweizer ebenso wie die Schweden, zurückhaltender seien als seine impulsiveren Landsleute.

Ausruhen will sich Starkbaum in der NLB nicht, sondern mit jedem Tag besser werden und Kloten Trainer André Rötheli hofft, dass Starkbaums Ehrgeiz und Professionalität auf die restliche Mannschaft des EHC Kloten übergreift. Starkbaum hatte bei Kloten einen 1-Jahreskontrakt unterschrieben und der Keeper sagt sich, warum nicht mit Kloten in der anstehenden Saison aufsteigen und dann verlängern?

(Photo: GEPA pictures/ Florian Ertl)

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