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EBEL

Kadervorstellungen 2019 9/11: HC Bozen

Die Preseason neigt sich dem Ende zu und die neue Saison steht vor der Tür. Zeit, einen Blick auf die Teams zu werfen und sich mit den Kadern zu beschäftigen mit denen die elf Vereine in die neue Saison gehen. Und anstatt der traditionellen Kaderbewertungen gibt es heuer eine Kadervorstellung – die Bewertung übernehmt ihr: Mit unserem Umfragetool.

Sechs Saisonen absolvierte der HC Bozen bislang in der EBEL, in allen schaffte man den Playoffeinzug. Die zwei Meistertitel 2014 und 2018 sind Geschichte, letzte Saison musste man nach Platz 5 im Grunddurchgang und Rang 6 in der Platzierungsrunde im Viertelfinale gegen den späteren Meister KAC mit 1:4 die Segel streichen. Zeit also etwas zu ändern, aber ein Kaderumbruch findet sowieso, unabhängig vom Saisonverlauf, in jedem Sommer statt. Heuer sind es  ein Dutzend Ab-und Zugänge – vollkommener Umbruch also in Südtirol.

Clayton Beddoes bleibt Chefcoach (Pic: Citypress)

Trainer:
Im Gegensatz zum Kader herrscht auf der Trainerbank Konstanz. Bozen geht mit Clayton Beddoes, den man erst Mitte März für Kai Suikkanen engagierte, in die neue Saison. Der 48-jährige Kanadier ist seit 14 Jahren als Coach tätig, war in Deutschland, Italien und auch kurzzeitig in Kanada tätig und durfte heuer erstmals in der Kaderplanung mitreden – freilich unter den strengen Vorgaben vom GM Dieter Knoll. Zur Seite steht dem italienischen Teamchef mit Fabio Armani ein neuer Co-Trainer. Der 45-jährige hat viel Erfahrung als Coach in Italien und war zuletzt drei Jahre Headcoach in der zweiten italienischen Liga bei Pergine.

Goalie:
Keinen Grund für einen Wechsel gab es auf der Torhüter-Position was die Nummer 1 betrifft. Dort wird weiterhin Leland Irving den Großteil der Spiele absolvieren. Der 31-jährige Kanadier, der einst ein 1st Round Draftpick in der NHL war, jedoch nur auf 13 Einsätze für die Calgary Flames kam, zeigte in der Vorsaison starke Leistungen und konnte gehalten werden. Dahinter jedoch lauert ein neuer Mann. Justin Fazio heißt dieser, ist ebenso Kanadier und mit 22 Jahren sehr jung. Für ihn ist es das erste Europaabenteuer und er wird sich erst mal anpassen müssen. Bislang reichte es noch zu keinem Profieinsatz in seiner Karriere, die er hauptsächlich am College verbrachte. Er ersetzt mit Jacob Smith einen Landsmann. Dieser hatte die Rolle des Backups, die er drei Jahre lang ausfüllte, satt und will Spielzeit. Diese scheint ihm in Gröden nun garantiert.

Leland Irving geht erneut als Nummer 1 in die Saison (Credit: PSR/HCB / Vanna Antonello)

Verteidiger:
Die Defense der Südtiroler zeigt sich heuer in beinahe völlig neuem Gewand. Mit Daniel Glira (25) und Stefano Marchetti (32) sind lediglich zwei heimische Abwehrspieler geblieben. Beide absolvierten zwar die komplette Saison, zählten aber nicht zu den absoluten Leistungsträgern. Genauso wenig wie Ivan Tauferer, den man nach Leihe nun fix aus Ritten verpflichtete. Die Legionäre Tim Campbell, Markus Nordlund (Karriereende), Paul Geiger, Matt MacKenzie sind weg, genauso wie Tobias Brighenti, der der EBEL (noch?) nicht gewachsen war.

Sie alle mussten ersetzt werden und wie so oft teilweise im letzten Abdruck. Für Offensivpower sollen vor Allem zwei sorgen. Da wäre der Kanadier Tim Daly, der Rungsted letzte Saison mit 17 Treffern und 40 Assists aus 54 Spielen zum dänischen Meister schoss. Anderseits der 23-jährige Frankokanadier Kevin Spinozzi, der letzte Saison in der ECHL ebenso mit 17 Treffern seine Torgefahr belegte. Direkt aus der AHL verpflichtet, gelang mit Dennis Robertson ein beachtlicher Coup. Der 28-jährige absolvierte bislang 290 AHL-Einsätze und ist aktueller Calder Cup-Champion. Mit Brett Flemming holte man einen vierten Legio-Defender ins Boot, dessen Qualitäten man bereits kennt. Schon 2015/16 sammelte er 28 Punkte aus 60 Einsätzen für die Foxes. In der Zwischenzeit absolvierte er drei Saisonen für Pirati Chomoutov in der tschechischen Liga.

Paul Geiger ist Geschichte (Pic: PSR/EC-KAC/Kuess)

Die Bozen-Defense glänzte letzte Saison nicht durch ihr Offensivspiel, lediglich 33 der 171 Saisontreffer gingen auf das Konto der Abwehrcracks. Viel mehr war es ihre Hauptaufgabe, das Verteidigen, auf das sich die Hintermannschaft in erster Linie konzentrierte. Und das ganz gut, denn mit nur 108 Gegentoren im Grunddurchgang stellte man hinter dem KAC (98 Gegentore) die zweitbeste Defense. Nun braucht es mehr Offensivpunch und den sollte man mit den Neuen geholt haben. Bleibt zu hoffen dass die Defensivarbeit nicht allzu sehr darunter leidet.

BISHERIGE KADERVORSTELLUNGEN
EC Red Bull Salzburg
EHC Black Wings Linz
Orli Zmojmo
HC Innsbruck
EC VSV
EC KAC
Fehervar AV19
Graz99ers
HC Bozen
Vienna Capitals
EC Dornbirn

Stürmer:
Den Südtirolern gelang in der letzten Saison ein wahres Kunststück. Mit nur 131 erzielten Toren hatte man die drittschwächste Offensive der Liga, lediglich Zagreb (78) und Villach (110) erzielten weniger Tore im Grunddurchgang. Dennoch schaffte man die direkte Playoffqualifikation. Dass dies zu wenig ist, ist GM Dieter Knoll bewusst, auch deshalb folgte ein Umbruch und man tauschte bis auf Doppelstaatsbürger Daniel Catenacci alle Legionäre aus. Damit sind Brett Findlay, Mike Blunden, Riley Brace, Massimo Carozza und Matti Kuparinen Geschichte. Doch nicht nur dieses Quintett, auch Alex Petan, der mit 17 Treffern bester Torjäger war, verabschiedete sich genauso wie auch Andrew Crescenzi, Daniel Frank und Viktor Schweitzer. Auf der Zugangsseite sind (bislang?) sechs Stürmer. Mindestens zwei, wenn nicht drei sind in Österreich mehr oder weniger bekannt.

Alex Petan hinterlässt eine Lücke (Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl)

Jamie Arniel braucht man nicht lange vorzustellen. Der 29-jährige erzielte in 280 EBEL-Einsätzen für Dornbirn und die Caps 93 Treffer, bereitete 152 weitere vor. Ebenso hat auch Sebastien Sylvestre EBEL-Erfahrung. Der 25-jährige stand in der Vorsaison in 24 Spielen für Zagreb am Eis, erzielte zwölf Treffer, ehe er sich nach Kassel in die DEL2 verabschiedete und auch dort in 30 Spielen 19 mal traf. Der dritte im Bunde ist Anthony Bardaro, den AlpsHL-Verfolger kennen. Er war zwei Jahre in Asiago Topscorer, kam auf 147 Punkte aus 94 Spielen und wird nach Riley Brace der zweite Versuch, einen AlpsHL-Star in die EBEL zu integrieren.

Zwei vollkommen neue Gesichter in Europa sind Colton Hargrove und Domenic Alberga. Beide sind 27 Jahre alt und beide standen zuletzt in der AHL am Eis. Während Alberga die Centerposition besetzt, ist Hargrove am linken Flügel zuhause. Beide wollen Bozen wie schon viele andere zuvor als Sprungbrett für eine große Europakarriere nutzen. Mit dem 31-jährigen Stefan Giliati holte man zudem einen Ex-Spieler nach Hause. Der Italokanadier der 2012 mit Bozen bereits den italienischen Titel einfuhr, ging danach auf Wanderschaft, war in Finnland, der Schweiz, Deutschland und der KHL im Einsatz und kehrt nun nach Bozen zurück.

Jamie Arniel geht nun für Bozen auf Torjagd (Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl)

Man darf gespannt sein ob die neuformierte Offense die Probleme der Vorsaison ablegen kann, als man nicht nur das Tor nicht traf, sondern generell einfach zu wenige Chancen herausarbeitete. Und eventuell erhält die mit bislang lediglich zwölf Stürmern bestückte Offensive ja auch noch Verstärkung…

Nun seid ihr dran: Wo seht ihr den HC Bozen in der kommenden Saison?

Pic: HCB/Vanna Antonello

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