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National League

NLA: Goalie-Erdbeben – gehen dem Schweizer Eishockey die Torhüter aus?

Die Transfers der Goalies Leonardo Genoni (SCB), Tobias Stephan (EV Zug) und Elvis Merzlikins (Lugano) haben im Schweizer Torhütermarkt ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Ausschlaggebend dabei auch die sehr früh bekannt gegebenen Wechsel für die Saison 2019/20.

So gab vor allem der (noch) SCB-Goalie Genoni mitten in diesem Sommer seinen Wechsel zum EVZ bekannt. Der Wechsel findet zwar erst zur Saison 2019/20 statt, wirft jedoch einen langen Schatten voraus. Ein SC Bern ohne einen Top-Schlussmann ist unvorstellbar, zumal kein Club derart konstant und hervorragend auf dieser so wichtigen Position besetzt war. René Kiener, Jürg Jäggi, Renato Tosio und Marco Bührer lassen grüssen.

Um wieder einen erstklassigen Goalie zwischen den Pfosten zu haben, muss der SCB wohl eine Ausländerlizenz opfern, da der Schweizer Goaliemarkt zurzeit ausgetrocknet ist. Auch dem HC Lugano wird in der Saison 2019/20 ein Top-Goalie fehlen, der Kontrakt mit Elvis Merzlikins läuft im kommenden Frühjahr aus. Der Lette mit Schweizer Lizenz will den Sprung nach Nordamerika (Columbus Blue Jackets) wagen und damit müssen sich die Bianconeri ebenfalls auf die Suche nach einem Nummer 1 Goalie machen. Erfahrene Torhüter wie Reto Berra (Fribourg) Jonas Hiller (EHC Biel) und Lukas Flüeler (ZSC Lions) haben bereits Verträge, ebenso der Zuger Keeper Tobias Stephan, welcher wegen des Genoni-Transfers kürzlich den Wechsel auf die Saison 2019 zum HC Lausanne bekannt gab. Das Abstruse beim neuen Arbeitgeber von Stephan aber ist, dass ab der Saison 2019/20 neben ihm auch noch Sandro Zurkirchen und Luca Boltshauser, zwei Nummer 1 Goalie’s, einen gültigen Vertrag haben.

Schuld am Goalie-Loch, anhand des trockenen Torhütermarkt im Schweizer Eishockey darf man auch den Clubs zuweisen, dies, weil man zuletzt nicht auf eigene Talente gesetzt hatte oder einfach zuwartete.

Am besten entwickelt in der jungen Goalie-Generation der Schweizer Clubs haben sich Elvis Merzlikins (Lugano) und Ivars Punnenovs (SCL Tigers), doch sind sie beide Letten mit Schweizer Lizenz. Daher darf man froh sein, dass der HC Davos unter Arno Del Curto in der nun schon dritten Saison nach Genoni’s Abgang auf die jungen Gilles Senn (22) und Joren van Pottelberghe (21) gesetzt hatte, wobei sich aber das gedraftete Davoser Torhüter-Duo möglicherweise ebenfalls in Übersee versuchen wird, der Zeitpunkt dazu ist noch offen. So hatte Nati-Coach Patrick Fischerden Davoser Keeper Gilles Senn bei der WM in Kopenhagen als Goalie Nr.3 mit dabei und wird den jungen Torhütern weiterhin die Gelegenheit geben, sich in den Testspielen weiterentwickeln zu können. Dies auch, um das Torhüter-Loch zu stopfen, sollte die Zeit von Genoni & Co. vorbei sein.

Ein Thema für die Schweizer Nati dürfte auch der SCRJ-Lakers Goalie Melvin Nyffeler (23) werden. Der einstige Junioren-Nati-Goalie, der seine Karriere bei den Rapperswilern neu lanciert hatte und die Lakers zum Cupsieg, NLB-Meistertitel und nach drei Jahren NLB zurück in die höchste Schweizer Liga hexte. Sein Vertrag mit den Rosenstädter läuft Ende der Saison 2018/19 aus, doch hoffen die Lakers, seinen Vertrag in Bälde verlängern zu können, bevor sein Marktwert noch höher steigt sowie das Interesse einiger Grossclubs noch grösser wird.

Raeto Raffainer, Chef der Nationalmannschaft ist zuversichtlich, dass die Flaute bei Schweizer Goalies bald abklingen wird, dies dank den verstärkten Bemühungen und mehr Goalie-Trainer. So wachsen bei den 2000er-Jahrgängen langsam wieder Torhüter-Talente wie etwa der Langnau’s Akira Schmid (18) heran, welcher diesen Sommer gedraftet wurde, sich zurzeit im Camp der New Jersey Devils befindet und demnächst in der kanadischen Juniorenliga WHL bei Lethbridge im Tor stehen wird.

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