In exakt 44 Tagen, am 21. April, wird die 2024 Ice Hockey Women´s World Championship Division IA in Klagenfurt mit gleich drei Spielen eröffnet. Austragungsort ist Klagenfurt und diesen Heimvorteil wollen Österreichs Damen nutzen, um erstmals in der Geschichte in die Top Division aufzusteigen. Der 8. März bildet nicht nur den Auftakt zur heißen Phase in der Organisation, sondern ist zugleich auch Weltfrauentag. Dazu haben wir die ehemalige Nationalteamspielerin und heutige Vizepräsidentin des ÖEHV, Yasmin Stepina, zum Interview gebeten.
Yasmin, erst vor wenigen
Tagen lud ÖEHV-Partner win2day zum „Equal Play Day“, der aufzeigte,
dass seit dem 1. März statistisch gesehen der Frauensport medial
nicht mehr sichtbar ist. Wie ist es hier im Speziellen um das
Dameneishockey bestellt?
Yasmin Stepina: „In unserer Kommunikation und auf unsere Kanälen
achten wir verstärkt darauf, dass sowohl Damen, Herren wie auch
Para gleich behandelt wird über die Saison hinweg und wir alle drei
Sparten bei ihren jeweiligen Aktivitäten vollumfänglich begleiten.
Ich denke, da haben wir in den letzten Jahren einen großen Schritt
nach vorne gemacht. In Bezug auf Print-, Online-, TV- und
Radio-Medien ist noch viel Potential gegeben, Frauensport zu
etablieren und zu pushen.“
Ist dies ein Mitgrund,
warum der ÖEHV die WM Division IA 2024 ausrichtet, um einerseits
dem Sport im Allgemeinen, aber dem Dameneishockey im Speziellen
mehr Sichtbarkeit zu verschaffen?
Yasmin Stepina: „Ja. Eine WM bietet die Möglichkeit einer breiten
Masse den Sport in Form eines Events darzubringen. Und es dient
auch dazu, speziell den jungen Sportlerinnen Role Models zu
geben.“
Du standest selbst im
Nationalteam, hast bei der WM Division II 2008 Gold
gewonnen. Wie beurteilst du die Entwicklung des Dameneishockey in
Österreich?
Yasmin Stepina: „In den vergangenen zehn bis 15 Jahren hat sich
einiges getan. Es ist definitiv professioneller geworden. Nicht nur
das Dameneishockey an sich, sondern auch das Umfeld. Ich denke, wir
befinden uns auf dem richtigen Weg um die Professionalisierung
weiter voranzutreiben und zu pushen, um unseren Damen in Zukunft
auch die Basis bieten zu können von diesem Sport leben zu
können.
Mit Anna Meixner und
Theresa Schafzahl schafften es zwei heimische Aushängeschilder
einen Profivertrag zu erhalten. Sind das wahre Wegbereiterinnen, so
wie vergleichsweise damals Reinhard Divis und Christoph Brandner in
der NHL?
Yasmin Stepina: „Absolut. Ich kann mich erinnern, dass beide noch
bei mir in der U15 gespielt haben (Anm.: Yasmin Stepina war damals
als Trainerin tätig). Umso schöner ist es zu sehen, dass sie den
Sprung in Topligen geschafft haben. Sie sind aktuell unsere beiden
Aushängeschilder. Das gibt auch dem U18 Nationalteam Auftrieb in
diese Richtung zu streben und die Karriere dorthin
auszurichten.“
Sportlich: was ist für
Österreich bei dieser Heim-WM möglich? Hat der Verband ein Ziel
vorgegeben?
Yasmin Stepina: „Bei der Heim-WM ist alles möglich. Wir haben bei
der letzten Weltmeisterschaft gesehen, dass jeder jeden schlagen
kann. Da ist man auch nicht davon ausgegangen, dass die Slowakei
absteigt. Es wird spannend. Das Niveau und Level der einzelnen
Nationen liegt eng beisammen. Es wird viel auf die Tagesverfassung
ankommen und darauf, wir fit und bereit jede einzelne Spielerin
ist.“
Organisatorisch: Was
erwartet Teams und Fans? Womit wird sich der ÖEHV einmal mehr als
vorbildhafter Ausrichter beweisen?
Yasmin Stepina: „Kärnten ist per se ein Eishockey fanatisches
Bundesland. Wir werden viele Fans in der Eishalle haben und
Eishockey auf sehr gutem Niveau mit vielen Topspielerinnen erleben.
Es ist eine große Chance das Dameneishockey nochmals zu pushen und
den Menschen zugänglich zu machen. Es wird ein cooles
Erlebnis.“
www.eishockey.at, Pic: ÖEHV/Ben Leitner









