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EBEL

EBEL-Kaderbewertung: Medvescak Zagreb (7/12)

Traditionell blickt Hockey-News auch heuer wieder auf die Teams der Erste Bank Liga. Neben einem Blick auf die Kaderbewegungen und einer Analyse aller Mannschaftsteile wagt die Hockey-News Redaktion auch eine Einschätzung der Stärke des jeweiligen Teams.

Es war die EBEL-Comebacksaison nach vier Jahren in der KHL für Medvescak Zagreb und die Bären haben gleich wieder gezeigt dass sie nicht nur sportlich sondern auch von der Attraktivität und der Fanbase her gesehen eine Bereicherung für die Liga sind. Mit durchschnittlich ca. 5.000 Zusehern pro Heimspiel ist man ligaweit die Nummer 1. Sportlich will man zumindest einen Schritt in diese Richtung machen und hat dafür den Kader gewaltig umgebaut.

DER COACH
Sportdirektor Aaron Fox, selbst eine Saison (2009/10) im Bären-Dress aktiv, übernimmt zusätzlich das Amt des Headcoachs und das völlig ohne Coachingerfahrung. Keine Frage, niemand kennt das Team besser als er und niemand hat ihm in die Kaderzusammenstellung hineingepfuscht. Das aber führt auch dazu dass er zum Erfolg verdammt ist, völlig alleine in der Verantwortung steht. Um diesen Erfolg zu erreichen hat er ein schlagkräftiges Coachingteam um sich herum aufgebaut. Der letztjährige Headcoach Doug Bradley wird zu seinem Assistant Coach, ebenso ist Marcel Rodman Co-Trainer, genauso wie der letztjährige Videocoach Carter Beston-Will. Als Goalietrainer komplettiert der 29-jährige ehemalige Jesenice-Torhüter Peter Skrabelj den Coaching-Staff.
Punkte: 6/10

Aaron Fox: Einst für Zagreb am Eis, nun hinter der Bande (GEPA pictures/ Felix Roittner)

DIE GOALIES
Fünf Torhüter kamen im Laufe der letzten Saison bei den Bären zum Einsatz. Zum Teil hatte das auch damit zu tun, dass man qualitativ hochwertige Schlussmänner holte, die jedoch von Teams aus stärkere Ligen abgeworben wurden. So verließ Drew MacIntyre die Kroaten nach nur fünf Einsätzen in Richtung DEL (Straubing) und Ersatzmann Kevin Poulin ging nach 22 starken Einsätzen in die NLA nach Kloten. Und auch dessen Ersatzmann Kevin Carr ist bereits wieder Geschichte, ging zurück nach Colorado. Nun soll es Mathieu Corbeil richten und der könnte ebenso ein Glücksgriff sein. Der 26-jährige ist ehemalige Memorial Cup Champion, gewann zweimal die QMJHL und wurde 2017 in der Slowakei, wo er die letzten drei Saisonen verbrachte zum MVP gewählt. Mit Linus Fernström hatte man einen zweiten starken und erfahrenen Goalie bereits im Team, doch dessen Vertrag wurde auf Grund einer schweren Verletzung wieder aufgelöst. Darum ist der 22-jährige kroatische Teamtorhüter Vilim Rosandic, der sich bereits letzte Saison beweisen durfte die Nummer 2. Alles in Allem sind die Bären auf der Goalieposition gut aufgestellt!
Punkte: 8/10

 

DIE DEFENSE
Aus der letztjährigen Defense, die in den 60 Saisonspielen der Bären durchschnittlich 3,35 Gegentore bekam, und damit große Schwächen aufwies, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Imports Boivin, Noonan, Pöyhönen und Tikkanen sind weg, vor allem die Abgänge der beiden Erstgenannten tun richtig weh, da  sie auch verlässliche Scorer waren und in gemeinsamen 94 Saisonspielen 63 Punkte sammelten. Doch die Legionärsplätze wurden aufgefüllt und zwar unter Anderem mit einem ligabekannten Gesicht. Antonin Manavian wird nach drei Saisonen in Fehervar nun bei Zagreb aufräumen. Am französischen Teamspieler weiss man was man hat. Genauso wie an Yann Sauve. Der 28-jährige DEL-Champ von 2017, der auch drei NHL-einsätze für die Vancouver Canucks zu Buche stehen hat, stand bereits 2016/17 in der KHL für die Kroaten am Eis. Unbekannter ist da schon Kyle Hardy. Der Kanadier bringt Routine und Leadership mit, war zuletzt in Grenoble Kapitän und erzielte 20 Tore, gab weitere 46 Torvorlagen in 61 Saisonspielen – eine Offensivwaffe, die den Abgang von Boivin kompensieren soll. Mit Ludvig Adamsen holte man einen jungen Dänen auf Troyut-Basis, Ivan Sijan ist kroatischer Teamdefender und nun im Team, genauso wie Nachwuchsteamspieler Ivan Puzic. Aus der letztjährigen Verteidigung übrig blieb nur der Tscheche Tomas Kudelka und die beiden jungen Kroaten  Adam Deutsch und Mark Cepon. Alles in Allem sehr viele Fragezeichen in der Defense…
Punkte: 6/10

Antonin Manavian verteidigt nun im Bären-Dress (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

 

DIE OFFENSE
13,7% – das war die Powerplayeffizienz von Zagreb in der letzten Saison. Damit war man mit Abstand das ungefährlichste Überzahlteam – zum Vergleich: Leader Linz nutzte 24,5% aller Powerplays zum Torerfolg. Das soll sich nun ändern und dafür wurde umgerüstet. Zwar sind mit Tyler Morley, Tomas Netik und Tero Koskiranta drei vier besten Scorer der Vorsaison weg, aber Toptorjäger Sondre Olden konnte gehalten werden. Vier neue Nordamerikaner holte man sich dafür ins Team und will somit offensiv wieder flexibler und gefährlicher werden. Denn an der Chancenverwertung lag es nicht, sondern daran dass man sich sehr schwer tat überhaupt Torchancen zu kreieren. Die meiste Routine dafür bringt Greg Mauldin mit. Der mittlerweile 36-jährige ehemalige NHL-Stürmer spielte nach fünf Saisonen in der Schweiz in der letzten Spielzeit in Ingolstadt und soll vor allem Teamführung und Kreativität mitbringen. Spannend ist das Engagement von Sebastien Sylvestre. Der 24-jährige absolvierte letztes Jahr seine erste Europasaison und kam auf Anhieb auf 75 Scorerpunkte in der EIHL. Der Sprung aus der EIHL in die EBEL ist aber nicht zu unterschätzen und muss ihm erst mal gelingen. Mit John Armstong holte man einen routinierten Center der auch aus der EIHL kommt, aber bereits seit 2014 in Europa spielt. Ganz im Gegenteil zu Jordan Samuels-Thomas, der erst zehn Spiele auf europäischem Eis bestritt und dies interessanterweise bei zwei Teams (Bolesvlav/CZE & Augsburg/GER). Er war aber bei all seinen Engagements bislang ein starker Scorer. Zagreb musste reagieren um die Offense neu zu beleben, ob die Saat aufgeht wird man sehen, die Vorzeichen stehen aber ganz gut dafür.
Punkte: 8/10

Toptorjäger Olden konnte gehalten werden (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

 

FAZIT
Etliche Leistungsträger mussten ersetzt werden, die Kaderzusammenstellung sieht aber auf den ersten Blick gelungen aus, muss dies aber natürlich erst unter Beweis stellen. Große Fragezeichen sind einerseits: Wie schnell finden sich die etlichen neuen Spieler untereinander und generell in der Liga zurecht und andererseits die wohl entscheidende Frage: Welche Qualität als Coach bringt der unerfahrene Aaron Fox mit und wie wird er mit seiner Doppelfunktion als Coach & Sportdirektor im Krisenfall umgehen?
Gesamtpunkte: 28/40

RANGTEAMPUNKTEBERICHT
1.Red Bull Salzburg35BEWERTUNG
2.Vienna Capitals34BEWERTUNG
3.Black Wings Linz33BEWERTUNG
3.EC KAC33BEWERTUNG
5.HC Bozen31BEWERTUNG
6.HC Innsbruck30BEWERTUNG
7.Medvescak Zagreb28BEWERTUNG
8.EC VSV27BEWERTUNG
8.Graz99ers27BEWERTUNG
8.EC Dornbirn27BEWERTUNG
11.Fehevar AV1926BEWERTUNG
12.Orli Znojmo22BEWERTUNG

(Pic: fodo.media/Harald Dostal)

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