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EBEL

EBEL-Kaderbewertung: EC Panaceo VSV (1/12)

Traditionell blickt Hockey-News auch heuer wieder auf die Teams der Erste Bank Liga. Neben einem Blick auf die Kaderbewegungen und einer Analyse aller Mannschaftsteile wagt die Hockey-News Redaktion auch eine Einschätzung der Stärke des jeweiligen Teams.

Während der vergangenen Saison kam es in Villach zur mehr als notwendigen Umstrukturierung. Der Verein war sowohl sportlich als auch finanziell am Boden. Giuseppe Mion hat den Verein verlassen und übergab das Ruder an Ulf Wallisch. Aus sportlicher Sicht konnte man das Ruder in der abgelaufenen Saison nicht mehr herumreißen, wirtschaftlich soll es in Villach laut eigenen Angaben allerdings wieder aufwärts gehen. Der so wichtige Hauptsponsor wurde gefunden und aus dem EC VSV wurde der EC Panaceo VSV. Trotz eines spürbar positiven Umschwungs stehen die Villacher vor einer schwierigen Saison.

DER COACH
Greg Holst wurde bereits während der Saison entlassen und Markus Peintner übernahm für den Rest der Saison. Man musste sich heuer also auf die Suche nach einem neuen Head-Coach machen. Schnell machte der Name Unterluggauer in die Runde. Der ehemalige Verteidiger war in der DEL2 bei Heilbronn und wusste dort zu überzeugen. Schnell wurde man sich in Villach mit Gerhard Unterluggauer einig. Er signierte einen Drei-Jahres-Vertrag und bekleidet nicht nur das Amt des Head-Coaches sondern ist auch gleichzeitig als Sportdirektor tätig. Der 41-jährige hatte komplett freie Hand bei der Zusammenstellung seines Teams, alle Legionäre wurden ausgetauscht und auch bei den Österreichern hatte man viel zu tun. Co-Trainer wird auch in dieser Saison Markus Peintner sein, von dem man in Villach mehr als überzeugt ist und seine akribische Arbeit schätzt. Tormann-Trainer Markus Kerschbaumer rundet das Trainer-Team ab. Die Vorteile liegen auf der Hand, sowohl Unterluggauer als auch Peintner kennen den Verein in und auswendig und auch die Vertragslänge deutet daraufhin, dass der Vorstand sein Trainerteam in Ruhe arbeiten lassen will. Die Kritiker werden behaupten, dass Unterluggauer über sehr wenig Erfahrung als Coach verfügt, in Villach ist man aber von seinen Qualitäten überzeugt und es ist ein erfreuliches Signal, dass man über ein rein österreichisches Trainer-Team verfügt.
Punkte 7/10

 

Gerhard Unterluggauer wird heuer Trainer und Sportdirektor fungieren. (Foto: ServusTV/Neumayr)

DIE GOALIES
Letzte Saison hat man in Villach bewiesen, dass man mit zwei Österreichern im Tor spielen kann. An dem Duo Herzog/Kickert ist es sicherlich nicht gelegen, dass zum zweiten Mal in Folge keine Play-Offs in Villach gespielt wurden. Zum Leid der Villacher Fans haben allerdings beide den Verein verlassen und so musste man für die heurige Saison auf einen Legionär zurückgreifen. Mit Dan Bakala konnte man einen erfahrenen Goalie holen, der letztes Jahr in Düsseldorf, in einer eher unterdurchschnittlichen Mannschaft, sehr gut performte. Die drei Jahre zuvor spielte der Kanadier in Schweden, wo er auch gute Statistiken vorweisen kann. Bakala hat sicherlich das Talent ein Top-Goalie in der Liga zu werden und er wird in Villach die unangefochtene Nummer eins sein. Sein Back-Up wird der 24-jährige Villacher Lukas Schluderbacher sein. Er hat zwar noch kaum EBEL-Erfahrung; konnte letzte Saison bei Lustenau in der Alps-Hockey-League allerdings überzeugen. Bakala wird in Kombination mit einer guten Verteidigung definitiv schwer zu knacken sein. Wenn er sich auf die hohe Workload einstellen kann, hat man wenig Sorgen in Villach. Sollte er sich allerdings verletzen wird man bei den Verantwortlichen sehr schnell reagieren müssen.
Punkte 7/10

 

DIE DEFENSE
Bei der Zusammenstellung der Defensive kann man erkennen, dass ein ehemaliger Verteidiger das Sagen hat. Man geht mit acht Verteidigern in die Saison, vier davon schießen rechts, die anderen vier links. Mit Jamie Fraser hat man einen der bekanntesten und auch einen der besten Verteidiger der Liga nach Villach holen können. In sechs Saisonen bei den Caps konnte der Kanadier stets überzeugen und wird vor allem für den Spielaufbau von großer Bedeutung sein. Mit Jason DeSantis kommt ein ehemaliger Klagenfurter und Innsbrucker an die Drau. Obwohl er vergangene Saison „nur“ in der AlpsHL spielte; scheint man in Villach von ihm überzeugt zu sein. Immerhin unterzeichnete er für zwei Jahre. Matt Pelech ist der dritte Legionär in Villach, er wird ein klassischer Stay-at-home Verteidiger sein, der vor dem Tor aufräumen soll. Von seinen Qualitäten konnte man sich auch schon bei den Graz99ers überzeugen. Sollte Pelech seine Undiszipliniertheiten in den Griff bekommen, ist er sicherlich eine große Verstärkung. Mit Stefan Bacher, Markus Schlacher und Nico Brunner verlängerten auch drei Villacher ihre Verträge. Ein äußerst interessantes Signing gelang den Adlern mit Bernd Wolf. Der gebürtige Wiener spielte seit seiner Jugend in der Schweiz und gilt auch schon als fixer Bestandteil der Nationalteams. Der junge Thomas Winkler startet als achter Verteidiger in die Saison und gibt den Villachern doch eine gewisse Tiefe. Trotz dieser vorhandenen Tiefe fehlt es den VSV an typischen Offensiv-Verteidigern. Jamie Fraser kann diesen Part nur schwer alleine erfüllen und wie sich Jason DeSantis wieder in der EBEL einfindet wird sich erst zeigen.
Punkte 6/10

Mit Jamie Fraser gelang den Adlern ein Transfer-Coup für die Defense.

DIE OFFENSE
Das Hauptaugenmerk in Villach dürfte das Entwickeln der jungen Österreicher sein. Man hat arrivierte Legionäre verpflichtet die den jungen Spielern zur Seite stehen sollen. Mit MacGregor Sharp und Jerry Pollastrone konnte man zwei EBEL-Meister verpflichten. Blaine Down gilt trotz seiner 36 Jahre als Vorzeigeprofi und mit Corey Trivino hat man einen Center verpflichtet der durchaus einschlagen kann, wie seine Zeit in Znojmo gezeigt hat. Mit Brandon Alderson kommt ein großer Flügel den Unterluggauer auch letztes Jahr schon gecoacht hat und von dessen Qualitäten er überzeugt ist. Problematisch wird es allerdings am Österreicher-Sektor. Man verlor mit Antonitsch, Leiler, Platzer und Benjamin Petrik gleich vier Stammspieler. Mit Felix Maxa und Patrick Spannring konnte man aber nur zwei neue verpflichten. Hier entsteht auch das Hauptproblem der Villacher heuer. Im Sturm ist nur wenig Tiefe gegeben, man bekommt mit den jungen Spielern gerade so vier Linien zusammen, selbst wenn die Villacher von Verletzungen verschont bleiben, ist die Offensive wohl zu dünn besetzt. Die Zeit wird zeigen in wie weit die jungen Kromp, Lanzinger und Wohlfahrt schon Verantwortung übernehmen können. Es würde nicht überraschen, wenn die Adler im Sturm heuer während der Saison noch nachlegen.
Punkte 7/10

 

Von den Roten zu den blauen Adler: Corey Trivino

FAZIT
Alles neu heißt es heuer in Villach. Nach zwei Saisonen ohne Play-Offs steht man in Villach unter Druck. Ob die Fans ein neuerliches vorzeitiges Scheitern akzeptieren können ist ungewiss. Der neue Vorstand scheint gut zu arbeiten, wobei hier noch immer sehr viel Arbeit vor ihnen liegt. Betrachtet man den Kader so erkennt man, dass die Villacher heuer sicherlich eine defensive Spielweise anlegen werden. Beim VSV hofft man auf einen überragenden Bakala mit einer hart arbeitenden Verteidigung vor ihm. Die Legionäre im Sturm haben sicherlich allesamt Qualität, es fehlt allerdings an Tiefe. Villach startet heuer mit neun Legionären in die neue Saison, was einerseits sehr löblich ist, andererseits aber auch sehr gefährlich sein kann. Trotzdem steht eine interessante Saison vor der Türe, in der die Villacher sehr schwer einzuschätzen sind.
Gesamtpunkte 27/40

RANGTEAMPUNKTEBERICHT
1.Red Bull Salzburg35BEWERTUNG
2.Vienna Capitals34BEWERTUNG
3.Black Wings Linz33BEWERTUNG
3.EC KAC33BEWERTUNG
5.HC Bozen31BEWERTUNG
6.HC Innsbruck30BEWERTUNG
7.Medvescak Zagreb28BEWERTUNG
8.EC VSV27BEWERTUNG
8.Graz99ers27BEWERTUNG
8.EC Dornbirn27BEWERTUNG
11.Fehevar AV1926BEWERTUNG
12.Orli Znojmo22BEWERTUNG

Pics: www.sport-bilder.at

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