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EBEL: Kaderbewertungen 2018/19

EBEL-Kaderbewertung: Orli Znojmo (4/12)

Traditionell blickt Hockey-News auch heuer wieder auf die Teams der Erste Bank Liga. Neben einem Blick auf die Kaderbewegungen und einer Analyse aller Mannschaftsteile wagt die Hockey-News Redaktion auch eine Einschätzung der Stärke des jeweiligen Teams.

Trotz einiger guter Phasen war die abgelaufene letztendlich nicht nur eine enttäuschende sondern auch die erfolgloseste Saison für die Adler aus Tschechien. Zum ersten mal seit ihrem Einstieg in die EBEL (2011/12) schafften die Südmähren nicht die Playoff-Qualifikation. Letztendlich kann es nur besser werden möchte man meinen, doch die Voraussetzungen dafür stehen nicht sonderlich gut…

DER COACH
Mitte Februar dieses Jahres wurde Miroslav Frycer in Znaim installiert und lieferte zum Start eine gute Serie ab. Lediglich im Spiel gegen Fehervar (1:2) konnte man nicht anschreiben, doch elf Punkte aus sieben Partien waren auch ob des schlechten Starts in die Quaifikationsrunde zu wenig um den Sprung ins Playoff noch zu schaffen. Frycer überzeugte die Verantwortlichen, allen voran Sportmanager Rostislav Docekal der sportlich die Fäden im Verein zieht und darf nun mit dem Team aus einer gemeinsamen Vorbereitung heraus beweisen dass er Erfolg haben kann. Der 58-jährige, der in seiner aktiven Karriere über 400 NHL-Spiele bestritt, ist seit 1994 im Trainergeschäft und war neben seinem Heimatland auch in Italien, Polen und Frankreich tätig. An Erfahrung mangelt es dem Coach, der in Italien und Polen Meisterschaften holte, also nicht.
Punkte: 6/10

Nechvatal kehrt in den Znaimer Kasten zurück (Bild: www.sport-bilder.at)

DIE GOALIES
Vieles neu, aber dennoch nicht unbekannt, so könnte man die Torhütersituation in Znaim zusammenfassen. Patrick Nechvatal kehrte nach einer Saison in Innsbruck zurück in seine Heimat, soll den abgewanderten Marek Schwarz ersetzen mit dem er sich 2016/17 noch die Spiele aufteilte. Schwarz war letzte Saison alles andere als ein sicherer Rückhalt, ein Upgrade im Kasten der Znaimer war zwingend notwendig. Doch ob dies mit Nechvatal gelungen ist? Neben Nechvatal gibt es mit Tomas Halasz einen zweifachen slowakischen Meister der letzte Saison ein paar Spiele absolvierte aber auch nicht überzeugte und mit Martin Holik einen 19-jährigen unerfahrenen dritten Torhüter. Alles in Allem wohl zu wenig um sorgenfrei in die Saison zu gehen…
Punkte: 5/10

DIE DEFENSE
Viel ist in der Defense der Adler aus der letzten Saison nicht mehr übrig geblieben. Mit Biro, Boruta, Zajic und Snajnar sind vier der sechs am meisten eingesetzten Defender weg. Dazu haben auch Lakos, Corbett, Pastor, Pohl und Plutnar den Verein verlassen. Mit Stehlik und Tejnor sind nur zwei Cracks im Kader, die letzte Saison wirklich regelmäßig zum Einsatz kamen. Und natürlich nicht zu vergessen: Jan Lattner. Der 28-jährige ist das Gesicht des Znaimer Teams schlechthin. Seit dem EBEL-Einstieg 2011 bestritt er alle Spielzeiten der Tschechen und erlebte so alle Hochs und Tiefs mit. Neu ist somit beinahe die ganze Defense. Diese umfasst zwei Legionäre die bereits wissen wie man Meister wird. Einerseits Patrik Parkonnen, der in Finnland alle Nachwuchsauswahlen durchlief und 2013 mit Ässät Meister wurde. Der 25-jährige weist bereits einiges an Auslandserfahrung auf (Kanada, Deutschland, zuletzt Schweden) und sollte eine Verstärkung sein, ob aber Leistungsträger wird sich weisen. Aus Frankreich kam der Kanadier Patrick McEachen. Der 27-jährige absolvierte seine ersten drei Europasaisonen in Frankreich (Meister 2017 mit GAP), ob die Umstellung aus der französischen Liga in die EBEL gelingt wird auch hier erst zu belegen sein. Mit Adam Sedlak kommt ein sehr erfahrener Defender, von dem man sich einiges erwarten kann. Er wurde in den letzten beiden Saisonen jeweils slowakischer Meister mit Banska Bystrica. Michal Kruckovyc (von den Vienna Capitals!) und Rene Piegl müssen erst beweisen dass sie für EBEL-Niveau geschaffen sind.
Punkte: 6/10

Jan Lattner ist seit dem EBEL-Einstieg in Znaim (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

DIE OFFENSE
Auch die Offense der Adler musste einige Abgänge hinnehmen. Allen voran Colton Yellow Horn. Der Topscorer wechselte bekanntlich nach Graz. Ebenso haben mit Radek Cip und Adam Raska zwei Säulen das Team verlassen, genauso wie der langjährige Kapitän Jiri Beroun, der seine Karriere beendete. Wichtig waren die Vertragsverlängerungen mit drei Centern: Urgestein David Bartos, der in seine achte EBEL-Saison geht, sowie die beiden letztjährigen Zugänge Erik Nemec und Petr Mrazek die sich schnell zurecht fanden. Auch die Flügelstürmer Novak, Spacek, Guman und Matus konnten gehalten werden, allesamt noch jung und mit Potenzial. Neu im Angriff sind unter Anderem vier Nordamerikaner. Der Amerikaner CJ Stretch bestritt die letzten drei Spielzeiten in der DEL2 und ist ein absoluter Scorer. 221 Punkte sammelte er aus 186 Partien für Frankfurt und Rosenheim, auf ihn darf man gespannt sein. Ebenso spannend wird das Engagement von Cam Braes. Der 27-jährige bestritt auf Grund seines College-Weges erst vorige Saison seine erste Profispielzeit und zwar bei Thurgau in der Schweizer NLB. 55 Punkte, darunter 30 Tore aus 51 Spielen qualifizierten ihn nun für eine höhere Aufgabe. Der zweite Kanadier ist Anthony Luciano, der auch aus der DEL2 (Bayreuth) kommt und in Europa bereits einige Stationen hinter sich hat. Vier Teams in zwei Saisonen sprechen aber nicht unbedingt für ihn. Das kanadische Trio wird mit Allan McPherson abgerundet. Der 27-jährige kommt ebenso aus der NLB, hat aber auch schon reichlich nordamerikanische Profierfahrung vorzuweisen. Was den inländischen Stürmermarkt betrifft hat man sich hauptsächlich in der zweiten tschechischen Liga bedient. Mit Marek Kalus und Nicolas Hlava kamen drei Mit-Zwanziger, die erst beweisen müssen dass sie EBEL-tauglich sind. Petr Beranek absolvierte bereits zwei EBEL-Saisonen für Znaim, kehrt nun aus der zweiten Liga zurück.
Punkte: 5/10

Colton Yellow Horn verließ den Verein zum zweiten mal (www.sport-bilder.at)

FAZIT
Man muss sich eingestehen: Znaim wird es sehr sehr schwer haben. Die Südmähren sind heuer der absolute Underdog und wird nur positiv überraschen können. Eine Playoff-Qualifikation wäre unter den Voraussetzungen und mit diesem Kader ein mittleres Wunder und Miroslav Frycer müsste man sofort länger binden, sollte er diese Sensation schaffen…
Gesamtpunkte: 22/40

RANGTEAMPUNKTEBERICHT
1.Red Bull Salzburg35BEWERTUNG
2.Vienna Capitals34BEWERTUNG
3.Black Wings Linz33BEWERTUNG
3.EC KAC33BEWERTUNG
5.HC Bozen31BEWERTUNG
6.HC Innsbruck30BEWERTUNG
7.Medvescak Zagreb28BEWERTUNG
8.EC VSV27BEWERTUNG
8.Graz99ers27BEWERTUNG
8.EC Dornbirn27BEWERTUNG
11.Fehevar AV1926BEWERTUNG
12.Orli Znojmo22BEWERTUNG

(Pic: fodo.media/Harald Dostal)

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