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EBEL

EBEL-Kaderbewertung: Moser Medical Graz99ers (2/12)

Traditionell blickt Hockey-News auch heuer wieder auf die Teams der Erste Bank Liga. Neben einem Blick auf die Kaderbewegungen und einer Analyse aller Mannschaftsteile wagt die Hockey-News Redaktion auch eine Einschätzung der Stärke des jeweiligen Teams.

Nicht gerade erfreulich endete die vergangene Saison der Moser Medical Graz99ers. Selten zuvor war die Stimmung an der Mur derart im Keller, ein (erneuter) Umbruch schien unvermeidbar. Doch die Verantwortlichen zeigten im Sommer Engagement und sorgte für einiges Aufsehen mit den jüngsten Verpflichtungen, allen voran „Königstransfer“ Dwight King. Hockey-News hat den Kader der 99ers beleuchtet und eine erste Prognose gewagt. 

(Pic: fodo.media/Harald Dostal)

DER COACH
Zu Beginn des vergangenen Jahres noch gefeiert, verspielte Headcoach Doug Mason zusehend seine Boni vom Jahr davor, wo der Einzug in die Playoffs fulminant gelang. Ein wenig flexibles System, eine schlechtes Händchen bei Einkäufen sowie der Umgang mit dem einen oder anderen Spieler wurden dem gebürtigen Kanadier zur Last gelegt. Trotz des katastrophalen Tabellenplatzes nach der Zwischenrunde schenkten die Verantwortlichen ihm weiterhin das Vertrauen und die erneute Möglichkeit, sich einen neuen Kader zusammenzustellen – auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr keinesfalls ein Alleingang Masons war. Dies spricht übrigens für etwas, dass es in Graz bislang nicht oft gab: Kontinuität. Ob man den Trainer ob seiner fachlichen Qualitäten und das Vertrauen in diese behalten hat, oder ob der schlicht noch ein Jahr laufende Vertrag der Grund dafür gewesen ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Das Eishockey-Fachwissen sowie die motivierende Art kann man „Sir Doug“ auf keinen Fall absprechen. Jedoch vor allem im Powerplay wich der Grazer Headcoach nur selten von seiner Variante mit Setzinger als Point-Man ab. Die Überzahl-Statistik sprach in der Folge Bände. Es wird sich zeigen, ob der im Besitz des holländischen Pass befindliche Mason aus den Fehlern der Vorsaison gelernt hat, der Grundstein für einen (neuerlichen) Neustart ist gelegt.
Punkte: 7/10

DIE GOALIES
Von vielen als die größtes Baustelle der vergangenen Saison bezeichnet, bestand für Manager Bernd Vollmann und sein Team im punkto Torhüter Handlungsbedarf. Die Verlängerung von Thomas Höneckl stand zumindest nach außen hin nie in Frage. Als solider Backup und oft geforderter Stammtorhüter, im Gegensatz zum glücklosen Hanno Toivonen, zeigte der 28-Jährige gute Leistungen, doch auch warum er es bislang nie aus der Position des Ersatztorhüters hinausgeschafft hat. Zu sehr schwankte Form des gebürtigen Schwarzachers, der jedoch als Backup für den nötigen Druck sorgen kann und auch die ein oder andere grandiose Partie spielte. Sein neuer Kollege ist jemand, der namenstechnisch dem frisch gewählten „besten Torhüter aus 20 Jahren 99ers“ um ein Haar gleicht: Robin Rahm. Der mit Gardemaßen ausgestattete Schwede spielte vergangene Saison in Dänemark und Schweden und sank mit seiner Save% nie unter 92%. Bereits in den Vorbereitungsspielen zeigt der leicht hybrid-spielende Rahm, dass er vor allem mit der Fanghand seinem Namensvetter Dahm alle Ehre machen könnte. Einziger Wehrmutstropfen: Rahm brach sich beim Aufwärmen in Augsburg den Finger, muss nun 3 Wochen pausieren. Die Chance für Höneckl, seinen Kollegen würdig zu vertreten und den Kampf ums „Einser-Leiberl“ neu zu entfachen.
Punkte: 7/10

(Pic: fodo.media/Harald Dostal)

DIE DEFENSE
Während man transfertechnisch in der Offensive wenig zu meckern hatte, so blieb das Gesprächsthema Nr. 1 stets: Warum spielt Oliver Setzinger als Verteidiger? Vergangene Saison von Trainer Doug Mason in die Abwehr beordert, soll der Kapitän für mehr Ruhe und Kreativität in der Defensive sorgen. Ob der 35-Jährige Vollblutstürmer jedoch wirklich noch ein Defender wird, bleibt abzuwarten. Zudem bleibt den Grazern Robin Weihager erhalten, der abgesehen von der vergangenen Saison mit seinem Schlagschuss eine echte Waffe im Offensivspiel der 99ers sein kann. Apropos Schlagschuss: Andre Lakos birgt mit seiner Erfahrung für noch mehr Ruhe in der Abwehr. Dazu kommen Robin Jacobsson, der als physischer Spieler gilt und Checks nicht fürchtet, sowie Matt Caito, der mit seiner quirligen Art und präzisem Passspiel unangenehm für jeden Gegner sein kann. Komplettiert wird die Abwehr von Erik Kirchschläger. Der ehemalige Black Wings-Crack unterschrieb gleich für drei Saisonen an der Mur und könnte auf lange Sicht gesehen vom Rohdiamant zur echten Defensiv-Waffe mutieren.
Punkte: 6/10

Daniel Oberkofler und Co. sind bereit für die neue Saison. (Pic: fodo.media/Harald Dostal)

DIE OFFENSE
Wenn man etwas bei den 99ers als Steckenpferd bezeichnen will, so wäre es heuer wohl die Offensive. Königstransfer Dwight King, der ein (Zitat Don Nachbaur) „unglaublicher Spieler ab der blauen Linie ist“, klingt bereits mit seinem Namen. Dazu kommen ECHL-Champ und Ex-Colorado Egales-Captain Matt Garbowsky, EBEL-Champ Travis Oleksuk und Spengler-Cup Sieger Curtis Hamilton. Alle drei verfügen über Erfahrung und gelten als echte Teamplayer – eine Eigenschaft die in Graz oft vermisst wurde. Wer jedoch hinter vorgehaltener Hand als Wunderwaffe gehandelt wird, ist Ty Loney. Der 1,91m große US-Amerikaner bestach bereits in den Vorbereitungspartien mit Speed und „smooth hands“. Hinzu kommen der ehemalige EBEL-MVP Colton Yellow Horn sowie Dominik Grafenthin und Lukas Kainz, dessen Verpflichtung nur mehr Formsache ist. Zu guter Letzt dürfen sich die Fans auf einen Heimkehrer freuen: Kevin Moderer kehrt nach drei Saison in Linz zurück an seine alte Wirkungsstätte. Gemeinsam mit den altbekannten Oberkofler, Ograjensek, Zusevics und Natter komplettiert der Angriff der 99ers. Betrachtet man die aktuelle Linienzusammenstellung von Doug Mason, so hat man mit Moder und Zusevics zwei erfahrene Cracks für die vierte Line. Nicht schlecht.
Punkte: 7/10

(Pic: fodo.media/Harald Dostal)

FAZIT
Alles neu macht der Mai, so auch den Kader der 99ers. Nun gilt es für die Mannschaft schnell Rythmus und Harmonie zu finden sowie für Doug Mason die vielen neuen Gesichter zu einer Einheit zu formen. Im Tor wie auch im Sturm sind die 99ers gut aufgestellt, die Abwehr könnte sich mit Fortdauer der Saison jedoch als Achillesferse präsentieren. Fällt nämlich ein Defender aus, so brennt hinten der sprichwörtliche Hut. Bleiben die 99ers jedoch vom Verletzungspech verschont, so könnte mit etwas Glück nach einem Jahr Pause die Playoff-Teilnahme wieder  einmal gelingen.
Gesamtpunkte: 27/40

RANGTEAMPUNKTEBERICHT
1.Red Bull Salzburg35BEWERTUNG
2.Vienna Capitals34BEWERTUNG
3.Black Wings Linz33BEWERTUNG
3.EC KAC33BEWERTUNG
5.HC Bozen31BEWERTUNG
6.HC Innsbruck30BEWERTUNG
7.Medvescak Zagreb28BEWERTUNG
8.EC VSV27BEWERTUNG
8.Graz99ers27BEWERTUNG
8.EC Dornbirn27BEWERTUNG
11.Fehevar AV1926BEWERTUNG
12.Orli Znojmo22BEWERTUNG
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