Mit unserem Liga Rückblick werfen wir einen Blick auf die letzten 20 Jahre in der heimischen Eishockeyszene zurück und lassen jede Spielzeit seit der Saison 2003/04 noch einmal Revue passieren. Wer wurde Meister? Wie hießen die Topscorer und welche interessanten Fakten oder Skandale gab es in der Geschichte der Liga?
Die Ausgangssituation für die Saison 2010/11 blieb zum größten Teil unverändert, so starteten dieselben zehn Teams wie schon im Vorjahr und auch der Modus mit der dreifachen Hin- und Rückrunde blieb bestehen.
Allerdings kam es zu einigen Änderungen im Regelwerk. So nahm man Nordamerika zum Vorbild und ließ nun die Uhr rückwärts runterlaufen. Kommt es zu einem Penalty-Versuch, muss diesen der gefoulte Spieler selbst antreten. Verliert ein Spieler seinen Helm, so muss dieser unverzüglich und auf schnellstem Wege zur Bank fahren.
Der
Grunddurchgang
Die neue Saison startete doch mit
einigen Überraschungen, so konnten sowohl Meister Salzburg, als
auch Vizemeister Linz nicht an ihre Form vom Vorjahr anknüpfen.
Salzburg lag nach neun Runden nur auf Rang sechs, Linz fand man gar
am Tabellenende wieder. Tiefpunkt war das 0:9 Debakel in Zagreb.
Dafür legten die beiden Kärntner Vereine einen guten Start hin und
führten die Tabelle an. In der Rückrunde fanden die Bullen dann
deutlich besser in die Spur und kletterten auf den zweiten
Tabellenrang hinauf, der KAC konnte sich an der Spitze
absetzen.
Zur Halbzeit des Grunddurchgangs änderte sich in der oberen Tabellenhälfte wenig. Der KAC marschierte vorne weg, Salzburg und Wien waren die ersten Verfolger und der VSV führte ein dicht gedrängtes Mittelfeld an. Linz verbesserte sich erstmals unter die Top-8.
Die Oberösterreicher waren es dann aber auch, die sich in der zweiten Saisonhälfte stark verbesserten und am Ende sogar noch den fünften Rang eroberten. Komplettiert wurden die Top-8 noch durch Graz, Ljubljana und Zagreb. Frühzeitig in den Urlaub mussten dagegen Fehervar und Jesenice.
| Platz | Team | Siege | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | EC KAC | 36 | 78 |
| 2 | EC Red Bulls Salzburg | 33 | 68 |
| 3 | Vienna Capitals | 31 | 67 |
| 4 | EC VSV | 29 | 63 |
| 5 | EHC Linz | 26 | 59 |
| 6 | Graz99ers | 27 | 58 |
| 7 | Olimpija Ljubljana | 24 | 53 |
| 8 | Medvescak Zagreb | 23 | 52 |
| 9 | Fehervar | 21 | 49 |
| 10 | HK Jesenice | 20 | 49 |
Das
Viertelfinale
Die Play-Off Paarungen standen somit fest
und der Tabellenführer aus Klagenfurt bekam es mit Zagreb zu tun.
Die Rotjacken machten aber nicht den gleichen Fehler wie die Grazer
im Vorjahr und spielten eine konzentrierte Viertelfinalserie. Die
ersten beiden Spiele holte man knapp mit 3:2. Spiel 3 entwickelte
sich zum Offensiv-Spektakel mit dem letztlich glücklicheren Ende
für die Klagenfurter, die mit 7:5 gewinnen konnten. Zagreb konnte
zu Hause in Spiel 4 einen 4:1 Sieg einfahren. Der KAC machte aber
vor eigenem Publikum mit einem spannenden 6:5 Sieg nach
Verlängerung den Einzug ins Halbfinale perfekt.
Turbulent verlief die Serie zwischen Salzburg und Ljubljana. Salzburg holte sich erwartungsgemäß eine schnelle 3:0 Serienführung, zum Eklat kam es dann aber vor Spiel 4. Die Bullen waren bereits in Ljubljana, als man bekannt gab, wegen Sicherheitsbedenken nicht anzutreten. Daraufhin wurde das Spiel mit 5:0 für die Slowenen gewertet. Im fünften Spiel gewannen die Bullen mit 3:2 nach Verlängerung und zogen so ins Halbfinale ein.
Kurzen Prozess machten die Vienna Capitals mit den Graz99ers. Obwohl man in Spiel 1 zu Hause in Rückstand geriet, gewann man am Ende mit 4:2. In Graz holte man einen souveränen 1:4 Auswärtssieg, wobei man nach 20 Minuten schon mit 0:3 führte. Die Caps legten zu Hause nach, gingen wiederum mit 3:0 im ersten Drittel in Front und gewannen am Ende mit 4:3. Etwas spannender gestaltete sich dann Spiel 4 in Graz. Die Steirer lagen im Schlussabschnitt bereits mit 3:0 in Front, binnen kürzester Zeit gelangen den Wienern aber drei Tore. In der Overtime fixierten die Hauptstädter dann den Halbfinaleinzug.
Bereits zum dritten Mal in Folge duellierten sich die Villacher mit den Linzern im Viertelfinale. Die beiden Jahre zuvor gewannen die Oberösterreicher, diesmal schlugen die Adler aber zurück. Die ersten beiden Spiele gewannen die Blau-Weißen mit 3:0, wobei Bernhard Starkbaum gleich zwei Shut-Outs feierte. Im dritten Aufeinandertreffen sicherte sich der VSV mit einem 5:3 Heimsieg die Matchpucks. Linz konnte zu Hause zwar noch einen 2:0 Sieg feiern, aber Villach machte dann in Spiel 5 vor eigener Kulisse mit einem deutlichen 5:2 Sieg alles klar.
Das
Halbfinale
Zum ersten Mal seit der Finalserie 2003/04
kam es in den Play-Offs wieder zu einem Kärntner Derby und damit
zum Ausnahmezustand im südlichsten Bundesland. Der KAC ging als
Favorit in die Serie, musste aber in Spiel 1 eine deutliche 2:5
Niederlage hinnehmen. Die Adler führten nach zwei Drittel bereits
mit 0:5. Klagenfurt schlug aber in Villach eiskalt zurück und holte
ebenso einen 2:5 Auswärtssieg. Richtig spannend wurde es dann im
dritten Aufeinandertreffen, als bis ins Schlussdrittel noch keine
Tore fielen. Der KAC konnte sich am Ende äußerst knapp mit 2:1
durchsetzen. Spiel 4 war dann serienentscheiden, der VSV verlor das
Heimspiel nicht nur mit 0:4, auch Bernhard Starkbaum musste
verletzt vom Eis. Die Klagenfurter machten dann in Spiel 5 zu Hause
den Sack zu und gewannen mit 6:4.
Das zweite Semifinale zwischen Salzburg und Wien verlief teilweise hauchdünn und dann wieder ganz eindeutig. So starteten die Bullen mit einem klaren 6:2 Heimsieg in die Serie. Danach folgten zwei Duelle, die erst in der Overtime durch das jeweilige Heimteam entschieden wurden. Im vierten Spiel demolierten die Capitals die Bullen dann mit einem geschichtsträchtigen 9:1 Heimsieg. Aber Salzburg konnte diese Niederlage abschütteln und holte sich Spiel 5 mit einem 6:4 Heimsieg. Wien konnte zwar die sechste Partie mit 4:1 gewinnen, jedoch verletzte sich Topscorer Francois Fortier, zudem musste man dann vor dem allesentscheidenden Spiel dann auch noch seinen Sturmpartner Benoit Gratton verletzungsbedingt vorgeben. Salzburg nützte das Pech der Wiener eiskalt aus und holte sich das siebte Spiel mit 4:1.
Das Finale
So
kam es im Finale abermals zum Duell zwischen Salzburg und
Klagenfurt. Schon das erste Spiel war nichts für schwache Nerven.
Klagenfurt führte nach zwei Dritteln mit 4:3, Markus Pirmann
erhöhte auf 5:3. Danny Bois hauchte den Bullen nochmal Leben ein
und erzielte den Anschluss. Aber nur 32 Sekunden später stellte
Mike Craig den Zwei-Tore Vorsprung wieder her. 13 Sekunden vor Ende
verkürzte Manuel Latusa noch auf 5:6, mehr war aber nicht mehr
drinnen.
Die Bullen schlugen aber in Spiel 2 souverän zurück und feierten einen soliden 6:3 Heimsieg. Mit viel Selbstvertrauen reiste man dann nach Klagenfurt und schoss den KAC mit 2:5 aus der eigenen Halle. Der KAC bewies in der Phase aber große Moral und konnte sich dank zweier Overtime-Siege sogar die Matchpucks erspielen.
Das sechste Aufeinandertreffen war zunächst von geballter Offensive geprägt. Nach nur neun gespielten Minuten stand es 3:2 für Salzburg. Am Ende holten die Bullen dann einen 5:2 Sieg und es kam zu Spiel 7 in Klagenfurt.
Trattnig schoss die Bullen im Powerplay in Front, noch im ersten Abschnitt gelang dem KAC durch Mike Craig, ebenfalls in Überzahl, der Ausgleich. Danach entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide. Salzburg ging durch ein Tor von Regier in der 52. Minute wieder in Führung, Scofield konnte aber in der 56. Minute noch ausgleichen und so ging die Partie in die Overtime. Der KAC hatte zu Beginn satte 1:48 ein 4-gegen-3 Powerplay, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Die Uhr zeigte 62:58 als Thomas Koch einen Schuss von Ryan Duncan unhaltbar abfälschte und die Bullen zum Sieg und damit zum Meistertitel schoss.
Interesting Facts
- Das Championship-Winning-Goal durch Thomas Koch war das letzte im Dress der Bullen. Er wechselte danach ausgerechnet zum KAC zurück, den er mit seinem Treffer in tiefe Trauer stürzte.
- Topscorer der Saison war Wien-Stürmer Francois Fortier der in 51 Spielen unfassbare 48 Tore erzielen konnte. Dies war bis zu diesem Zeitpunkt auch ein Rekordwert in der Liga.
- Sein Sturmpartner Benoit Gratton kam auf 73 Scorerpunkte, somit erzielte dieses Duo alleine unglaubliche 157 Scorerpunkte.
| Rang | Spieler | Team | Spiele | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Francois Fortier | Vienna Capitals | 51 | 48 | 36 | 84 |
| 2 | Benoit Gratton | Vienna Capitals | 45 | 27 | 46 | 73 |
| 3 | Rok Ticar | HK Jesenice | 54 | 24 | 44 | 68 |
| 4 | John Hughes | Ljubljana | 53 | 16 | 48 | 64 |
| 5 | Balazs Ladanyi | Fehervar | 54 | 22 | 38 | 60 |
- Benoit Gratton schaffte aber noch einen weiteren Rekord, denn seine 247 Strafminuten waren bislang auch unerreicht. Insgesamt bekamen 15 Spieler 100 Strafminuten oder mehr aufgebrummt.
- Während der Saison kam es zu drei Trainerwechsel. Im Oktober musste Fehervar Coach Ulf Weinstock für Kevin Primeau Platz machen. Zagreb war im Dezember Ted Sator raus und holte Douglas Bradley und beim VSV wurde Johan Strömwall im Februar durch Vereinslegende Mike Stewart ersetzt.
| BISHERIGE SAISONRÜCKBLICKE |
|---|
| Saison 2003/04 |
| Saison 2004/05 |
| Saison 2005/06 |
| Saison 2006/07 |
| Saison 2007/08 |
| Saison 2008/09 |
| Saison 2009/10 |
| Saison 2010/11 |
| Saison 2011/12 |
| Saison 2012/13 |
www.hockey-news.info, Photo: GEPA pictures/ Markus Oberlaender










