Am 3.Oktober startet die National Hockey League (NHL) in die Saison 2018/19. Nachdem die Washington Capitals nun doch ihren Stanley Cup stemmen konnten, wer ist im kommenden Jahr Contender #1? Kann Rasmus Dahlin die Buffalo Sabres in rosigere Zeiten führen, wie sind die Mannschaften der Austro-Cracks aufgestellt? In der alljährlichen Preview-Serie rückt Hockey-News.info jeden Tag ein anderes Team in den Fokus.
Mit 98 Punkten sicherten sich die Los Angeles Kings nach 82 Spielen den ersten Wildcard-Spot in der Western Conference. In den darauffolgenden Playoffs musste man gegen das Überraschungsteam aus Las Vegas ran. In einer trefferarmen Serie musste der zweifache Stanley Cup Champion gegen den Liganeuling die Segel streichen. Bemerkenswert – Goalie Jonathan Quick kassierte in den vier Partien nur 7 Tore, dennoch ging es mit einem Sweep in den Urlaub. Das Management rund um General Manager Rob Blake nahm am Kader fast keine Änderungen vor, am 23.Juni schlug man dann aber doch am Transfermarkt zu und lotste niemand geringeren als Ilya Kovalchuk zurück in die NHL. Der 35-jährige russische Flügelstürmer gibt nach fünf Jahren Pause sein Comeback in Nordamerika und hat in Kalifornien für die kommenden drei Jahre unterzeichnet.
Montreal Canadiens | |
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Zugänge: | Ilya Kovalchuk, Peter Budaj |
Abgänge: | Tobias Rieder, Andy Andreoff, Jordan Subban, Kevin Gravel, Christian Folin |
2018 1st Round Pick: | 20th - Rasmus Kupari |
Top 3 Prospects: | Gabriel Vilardi, Kale Clague, Rasmus Kupari |
Mit 92 Punkten lieferte Anze Kopitar in der vergangenen Spielzeit seine beste Saison seiner NHL-Karriere ab. 35 Tore und 57 Assists sind Karrierebestmarken – im ligaweiten Vergleich beendete der Slowene die Saison auf Rang 7. Sein Platz am ersten Centerslot ist unumstritten, spannend wird nur sein, wer auf seinen Flügeln auflaufen wird. Gut möglich, dass Headcoach John Stevens Ilya Kovalchuk an die Seite des 31-jährigen Kapitäns stellen wird. Dustin Brown würde den notwendigen Grit in diese Reihe mit einbringen. In seiner letzten vollen NHL-Saison lieferte Kovalchuk 37 Tore und 83 Punkte ab. Mit 25 Toren und 60 Punkten wäre das Signing des Russen aber definitiv als Erfolg zu werten. Gut möglich aber auch, dass Kovalchuk die Erwartungen übertrifft – der Schuss des Flügelstürmers zählt weiterhin noch zu den besten weltweit. Die Top 6 werden durch die 70s-Line, bestehend aus Jeff Carter, Tyler Toffoli und Tanner Pearson ergänzt. Das Trio stand schon des Öfteren zusammen auf dem Eis und gab dabei eine gute Figur ab. Carter fiel für mehr als 50 Spiele der letzten Saison verletzungsbedingt aus, wenn der Kanadier fit ist, zählt er zu den besten Allround-Centern der Liga. Toffoli und Pearson lieferten vergangene Spielzeit zusammen 87 Punkte ab – hier gäbe es sicherlich noch Luft nach Oben.
Dahinter findet man bei den Kings einen gesunden Mix aus Eigenbauspielern mit gutem offensiven Potenzial, aber auch das notwendige Sandpapier, um in der körperbetonten Western Conference zu bestehen. Adrian Kempe, der in seiner ersten vollen Saison auf 37 Punkte kam, sollte seinen Platz sicher haben. Auch Spieler wie Alex Iafallo, der phasenweise Eiszeit mit Anze Kopitar bekam, oder Kyle Clifford dürfen sich auf einige Minuten Einsatzzeit freuen. Im heurigen Draft sicherte man sich die Rechte am finnischen Center Rasmus Kupari – zusammen mit Gabriel Vilardi und Verteidiger Cale Klague verfügt man nun über drei sehr gute Prospects, die früher oder später wichtige Rollen bei den Kings übernehmen sollten.
Stürmer | ||
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Ilya Kovalchuk | Anze Kopitar | Dustin Brown |
Tanner Pearson | Jeff Carter | Tyler Toffoli |
Alex Iafallo | Adrian Kempe | Trevor Lewis |
Kyle Clifford | Nate Thompson | Mike Amadio/Jonny Brodzinski |
Neben der Verpflichtung von Kovalchuk gab es in LA aber noch eine weitere, immens wichtige Personalentscheidung. Franchise-Verteidiger Drew Doughty hat sich für einen Verbleib in der „city of angels“ entschieden und unterzeichnete eine Vertragsverlängerung, die den Kanadier bis 2027 an den Verein bindet. Mit 60 Zählern verbesserte er seine eigene Bestmarke aus seiner zweiten NHL-Saison um einen Punkt und lag nach Ablauf der Saison auf Rang 3 der internen Scoringwertung. Man darf davon ausgehen, dass Doughty erneut mit Jake Muzzin, der sich selbst zu einem starken Top 3 Verteidiger entwickelt hat, im ersten D-Pairing auflaufen wird. Dahinter stehen der erfahrene Dion Phaneuf, der in seine bereits 14. Spielzeit in der besten Liga der Welt geht. Alec Martinez, der 2014 für das entscheidende Tor im Stanley Cup Finale sorgte, steht noch bis 2021 unter Vertrag und hat seinen Platz in den Top 4 sicher in der Tasche. Im Schatten von Doughty und Co. entwickelte sich eine kleine aber Vereine Gruppe an Eigengewächsen, die nun bereit für größere Aufgaben sind. Derek Forbort, Paul LaDue und Kurtis MacDermid durften schon NHL-Luft schnuppern, auch der Schwede Oscar Fantenberg machte in seinen ersten 27 Partien eine gute Figur und drängt sich für einen Rosterspot auf.
Verteidiger | |
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Jake Muzzin | Drew Doughty |
Dion Phaneuf | Alec Martinez |
Daniel Brickley/Paul LaDue/Oscar Fantenberg | Derek Forbort/Kurtis MacDermid |
Im Tor gibt es seit Jahren keine Diskussion – Jonathan Quick hat sich durch die zwei Cups in die Geschichtsbücher der Kings und der NHL gespielt. Mit einer Fangquote von 92,1% lag Quick ligaweit auf dem zwölften Rang, seine 2,4 Gegentore, die der Schlussmann pro Partie hinnehmen musste, brachte ihm in dieser Kategorie einen Top 10 Platz ein. Auch wenn es vielleicht Jammern auf hohem Niveau ist, aber der Gegentorschnitt war der höchste seit der Saison 2012/13 – hingegen konnte er seine Fangquote, im Vergleich zu den Spielzeiten davor leicht verbessern. Der 32-jährige US-Amerikaner steht noch bis zum Ende der Saison 2022/23 bei den Kaliforniern unter Vertrag und wird bis dahin wohl auch seinen Status als #1 nicht abgeben.
Mit Peter Budaj holte man einen verlässlichen Backup zurück nach LA. Als Quick in der Saison 2016/17 über längere Zeit ausfiel, war es Budaj, der vollends überzeugen konnte und den Kings Stabilität auf dieser Position gab. In 51 Partien musste er nur 2,12 Gegentore pro Spiel hinnehmen. Der 35-jährige Slowake wurde mit einem 1-Jahresvertrag ausgestattet. Dahinter fehlt es den Kings aber an Tiefe, denn zum jetzigen Zeitpunkt drängt sich niemand für einen Posten im Pro-Team auf – hier sind die Scouts für die zukünftigen Drafts gefordert.
Torhüter | |
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Jonathan Quick | Peter Budaj |
Hockey-News Projection: Vieles hängt natürlich davon ab, in wie weit Ilya Kovalchuk an seine NHL-Glanzzeiten anknüpfen kann. Der Kader der Kings verfügt aber über genug Qualität, um ein Playoff-Ticket zu lösen – die Konkurrenz ist in der Pacific Division aber recht groß.
www.hockey-news.info , Bilder: Alexander Golowko lizenziert unter CC BY-SA 3.0) , mark6mauno (CC BY-SA 2.0)